Mit Puste-Wirbel und Zauberbusch

Selbst ist die Frau: Frankfurterin Sabine Hahn gründet Verlag

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Poster, Sticker, Lesezeichen, „Ideen-Einfang-Hefte“: Für den „Puste-Wirbel“ hat sich Sabine Hahn einiges ausgedacht.

Frankfurt - Das jüngste Baby von Sabine Hahn ist zugleich auch ihr Größtes. Die Geburt hat Monate gedauert und viel Kraft gekostet. Die Autorin, die bei neuen Ideen sagt, sie sei „buchschwanger“, hat einen Verlag gegründet. Einen Namen hat das Kind auch schon: „Mon Coq Edition“. Von Sandra Klauß

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Sabine Hahn ist ausgebildete Buchbinderin, studierte Französisch und Kunstpädagogik/Grafikdesign. Bücher sind ihre Welt. Sowohl das Schreiben, als auch das Illustrieren. Jetzt sitzt sie an der langen, alten Holzbank in ihrer Küche und erzählt von ihren neuen Projekten. Die Worte sprudeln so schnell, dass der Erdbeer-Rhabarber-Kuchen vor ihr auf dem bunt-kombinierten Geschirr warten muss. Teller, Tasse, Untertasse – Grün, Gelb, Orange. „Ich mag es einfach bunt“, sagt Sabine Hahn. Wer ihre Kinderbücher kennt, weiß das längst.

„Mia und der dicke Elefant“, „Die Hockey Kids“, „Der Sternschnuppen-Wunsch-Kalender“ – alle ihre Werke leben nicht nur von den gut durchdachten Geschichten. Viele farbenfrohe Illustrationen hauchen den Figuren in jedem Buch Leben ein, machen sie greifbarer – vor allem für die jüngsten (Mit-) Leser. Die Zeichnungen waren am Ende einer der Hauptgründe, warum Sabine Hahn sich von ihrem alten Verlag trennte: „Für jedes Buch musste ich auch die Rechte an den Bildern an den Verlag verkaufen.“

„Jetzt bin ich viel freier“

Sie malt noch nach der alten Schule, per Hand, nicht am Computer. Digital wird höchstens nachbearbeitet, um kleine Fehler auszubessern. „Ich brauche einfach Farben, Pinsel und meinen Wassertopf um mich herum“, sagt die Autorin. Wollte sie früher ihre Figuren nach der Buchveröffentlichung noch einmal aufs Papier bringen – beispielsweise für Lesezeichen oder Sticker, die bei ihren Lesungen verteilt werden – musste sie erst bei ihrem Verlag um Erlaubnis bitten. „Ich habe gemerkt, wie sehr mich das einschränkt. Jetzt bin ich viel freier.“

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„Jetzt“ bedeutet mit ihrem eigenen Verlag. Dessen französischer Name ist ein Wortspiel: „Mon coq“ bedeutet „Mein Hahn“. „Wo Hahn drauf steht, ist auch nur Hahn drin“, sagt die Halbfranzösin. Gewerbe eintragen, Eintragung ins Handelsregister, ISBN-Nummer beantragen, Logo schützen – die wichtigsten Schritte nach der Gründung hat Sabine Hahn bereits hinter sich. Viel Arbeit wartet trotzdem noch. „Ich mache es nicht perfekt, wage es aber mal und sehe, inwieweit ich das alles selber stemmen kann.“ Eine Homepage hat der Verlag bereits: www.moncoq-edition.com sieht nicht nur professionell aus, sie bietet sogar die ersten zwei in Eigenregie verlegten Bücher an.

Viel zu schnell und viel zu langsam

Der Puste-Wirbel ist im Handel erhältlich. 

„Der Puste-Wirbel“ ist eine Geschichte, wie Hahns Leser sie schätzen. Das liebevoll illustrierte Buch erzählt von Greta und Paul. Wie alle Kinder können sie gar nicht abwarten, dass Ostern ist oder Weihnachten oder Geburtstag... Wäre es nicht toll, wenn alles an einem Tag wäre? In Omas Garten geraten die beiden plötzlich in einen magischen Puste-Wirbel, der ihnen genau diesen Wunsch zu erfüllen scheint. Doch dem zuvor ungeduldigen Nachwuchs dämmert nach und nach, dass das keine gute Idee war und sie beginnen, auch ihre Oma besser zu verstehen. Die alte Dame findet, dass die Zeit viel zu schnell vergeht.

„Erst stand die Ungeduld im Zentrum beim Schreiben, dann kam die Oma immer mehr ins Spiel“, erzählt Hahn. Rausgekommen ist ein Buch, dass die Generationen miteinander verbinden soll. Die Autorin denkt deshalb auch über Lesungen in Seniorenheimen nach, für Großeltern und ihre Enkel oder für Schulklassen, die dazu kommen.

Parallel plant die Neu-Verlegerin aber auch schon viel weiter. Ihre alten Bücher sollen in neuer Auflage bei Mon Coq Edition erscheinen. Außerdem bekommen Hahns „Babys“ neue Geschwister. Der zweite Teil der „Hockey Kids“ ist fertig, zudem ist auch „Henrys Zauberbusch“ ganz frisch erschienen. 

Am Ende ist eins klar: Sabine Hahn ist auf dem besten Weg zur literarischen Großfamilie. Wer ihr dabei zusehen will, kann das auch unter www.sabinehahn.net und auf Facebook.

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