Rhein-Main repariert alte Elektronik

Repair Cafés: Kampf gegen Müll und leere Geldbeutel

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Reparieren ist wieder in und spart sogar noch Geld.

Region Rhein-Main – Müll produzieren und viel Geld ausgeben ist out: Reparieren ist in. Um kaputten Geräten wieder Leben zu verleihen, treffen sich Tüftler im gesamten Rhein-Main-Gebiet zu „Repair Cafés“. Von Janine Drusche

Der anfallende Müll pro Kopf ist in Deutschland so hoch wie nie. Durch To-Go-Produkte, Dreifachverpackungen und Onlinebestellungen produziert eine Person laut Bundesministerium jährlich mehr als 212 Kilo Abfall. Um der Vermüllung und dem Massenkonsum in der Rhein-Main-Region Einhalt zu gebieten und das Portemonnaie zu schonen, wird nun der Fokus aufs Reparieren gelegt. 

Wenn der Wasserkocher kalt bleibt oder der Fernseher streikt, entsorgen viele Deutsche ihr Elektrogerät und kaufen es neu. Aber auch wenn Elektronik nicht mehr so teuer ist wie früher, hat trotzdem nicht jeder das Geld, sich ständig neue Geräte zu kaufen. Auch deshalb, und um Werte länger zu erhalten, hat sich der Trend entwickelt: Für diejenigen, die nicht alleine reparieren können, wachsen viele kostenlose „Repair Cafés“ heran. Bei diesen helfen sich die Teilnehmer gegenseitig, liebgewonnene Geräte zu erhalten.

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Daniela Scholl macht seit Juli 2015 im Repair Café Gallus mit und findet die Idee toll: „Es ist ein großes Thema, gegen die Müllberge anzukämpfen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass man noch Dinge reparieren kann“, sagt sie. „Wir machen das freiwillig für die gute Sache.“ Alles laufe ehrenamtlich und über Spenden, damit sich Menschen mit Geräten und einander beschäftigen: „weil sie Interesse und Spaß daran haben.“

Von der Küchenmaschine bis zur elektrischen Zahnbürste

Defekte Dinge können in vielen „Repair Cafés“ im gesamten Rhein-Main-Gebiet zusammen mit einem Experten repariert werden. „Die Leute kommen mit Elektronik in jeglicher Form zu uns“, sagt Daniela Scholl. Ob Omas Küchenmaschine oder die elektrische Zahnbürste: Die Helfer mit verschiedensten handwerklichen Fähigkeiten stünden zur Verfügung, um die defekten Geräte unter die Lupe zu nehmen. 

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„Reparierer werden auch immer gesucht und können sich jederzeit melden“, sagt Scholl. Ob das Gerät allerdings repariert werden kann, sei manchmal erst nach dem Öffnen klar. Es gäbe da keine Garantie. Scholl: „Aber rund 50 Prozent der Geräte, die zu uns gebracht werden, können wir retten.“

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