Radwege und zweite Reihe sind tabu

Der EXTRA TIPP zeigt die größten Park-Irrtümer

Nicht erlaubt. Der Radweg ist als Parkplatz tabu.

Region Rhein-Main – Im Straßenverkehr sind sich die Teilnehmer selten einig. Ob Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer – die meisten bewegen sich nach eigenen Regeln vorwärts. Was wirklich erlaubt ist und was nicht, erklärt Ulrich Nothwang vom Straßenverkehrsamt Frankfurt. Von Janine Drusche

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Nach dem Artikel „Frankfurter Radfahrer stellt Falschparker an den Pranger“, in dem ein Radfahrer auf die häufig beparkten Fahrradwege hinwies, hagelte es Leserbriefe. Da wurde beispielsweise behauptet, Parken in zweiter Reihe sei in Frankfurt für Lieferdienste erlaubt. Die Landespolizei sei nicht zuständig für gewisse Parksünder, die städtische Hilfspolizei konzentriere sich auf die Innenstadt, so dass Falschparkern am Rand der Stadt kaum entgegengewirkt werden könne. Aber, was davon stimmt denn nun?

Vorsicht vor gefährlichem Halbwissen: Der EXTRA TIPP klärt zusammen mit Ulrich Nothwang vom Straßenverkehrsamt Frankfurt auf, was im Straßenverkehr erlaubt ist und was nicht. „Man sollte bedenken, dass auch aus Parkverstößen Unfälle, oft mit großem Leid für die Familien, hervorgehen können. Wir als Behörde müssen die Ursache am Beginn der Kette bekämpfen“, sagt Nothwang und stellt die fünf größten Irrtümer beim Parken im Straßenverkehr vor:

1. Die Parkdauer um ein paar Minuten zu überziehen, ist okay, sonst wird ein Schein nachgelöst

Das stimmt nicht: „Parkscheinbereiche sind Kurzzeitparkplätze, die möglichst schnell wieder für andere geräumt werden müssen, um auch anderen das Einkaufen zu ermöglichen“, klärt Nothwang auf. Weder darf die Parkdauer überzogen, noch ein weiterer Schein nachgelöst werden. „Im Zweifelsfall schleppen wir den Parkplatz sonst auch frei“, sagt er und rät, besser gleich – ohne Zeitdruck – ins Parkhaus zu fahren.

So nicht!

2. Im eingeschränkten Haltverbot darf das Auto kurz abgestellt werden

Nein! Wer laut Paragraph zwölf der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) das Auto verlässt, der parkt. „Um hier das Parken zu rechtfertigen, muss der Fahrer im eingeschränkten Haltverbot eine Ladetätigkeit im Sinne der StVO ausführen“, so Nothwang. Und die ist reserviert für Privatpersonen, die etwas sehr Schweres oder Sperriges über eine größerer Entfernung transportieren müssen. Das gilt nur, wenn der Transport sonst unzumutbar wäre.

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3. Zum Brötchen holen auf dem Radweg parken

Ein weiterer Irrglaube: „Das ist sowohl auf Radwegen, die sich auf dem Gehweg befinden, auf der Fahrbahn liegen oder auch auf den Fahrradstraßen außerhalb gekennzeichneter Flächen verboten“, sagt Ulrich Nothwang. Da es sich bei Fahrradfahrern neben den Fußgängern um die schwächsten Verkehrsteilnehmer handelt, legen die Mitarbeiter des Straßenverkehrsamts Frankfurt, laut Nothwang, besonders viel Augenmerk darauf und verfolgen Verstöße konsequent: „Weil es nicht nur die Radfahrer schützt, die sich sonst in den Kfz-Verkehr einfädeln müssen, sondern auch Fußgänger, da leider einige Radfahrer stattdessen den Gehweg benutzen.“ Übrigens: In zweiter Reihe darf auch nicht auf der Straße geparkt werden.

4. Zum Teil auf dem Bürgersteig zu parken, ist in Ordnung

Wieder falsch! Auf dem Gehweg ist selbst das Halten grundsätzlich verboten. Das ist völlig unabhängig von der Breite des Gehwegs: „Schlicht, weil dieser den Fußgängern als schwächsten Verkehrsteilnehmer vorbehalten ist“, sagt Nothwang. Der Bürgersteig beginnt mit der Bordsteinkante. Nur mit einem Schild oder einer weißen Linie, der Parkflächenmarkierung, kann das Parken auf dem Gehweg erlaubt sein. „Wenn gemeint ist, dass man vor seinem Grundstück parken darf, gilt das für die Fahrbahn, aber auch nur, solange das Parken dort nicht verboten ist“, so Nothwang.

5. Auch am linken Fahrbahnrand kann das Auto abgestellt werden

„Viele Verkehrsteilnehmer sind völlig verblüfft, wenn eine Anzeige erfolgt, weil sie nicht am rechten Fahrbahnrand geparkt haben“, sagt Nothwang. Zum Parken ist aber grundsätzlich der rechte Seitenstreifen in Fahrtrichtung zu benutzen oder, wenn dieser nicht vorhanden ist, der rechte Fahrbahnrand.

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