Viele Anwohner fühlen sich gestört

Puff-Streit in Offenbach: Wenn Nachbarn anschaffen

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In dem gelben Wohnhaus im Hinterwaldweg bieten zwei Huren ihre Dienste an. Die Nachbarschaft ist deshalb aufgebracht.

Offenbach – Seit einer Woche gibt es im Offenbacher Hinterwaldweg ein neues knisterndes Angebot. Zwei Huren haben sich dort in einem Privathaus niedergelassen und betreiben ein Wohnungsbordell. Die Nachbarschaft will das nicht akzeptieren.

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Es ist ein unscheinbares Mehrfamilienhaus im Hinterwaldweg im Offenbacher Stadtteil Rosenhöhe. Hier jätet die Hausfrau in der Kittelschürze noch den Vorgarten und der Ehemann kehrt im Unterhemd samtagmorgens die Straße, während die Rouladen auf dem Herd vor sich hin schmoren. Kurz: Hier ist die Welt noch in Ordnung. Zumindest galt das bis Samstag vor einer Woche. Seitdem dreht sich nämlich alles nur noch um ein Gerücht: Dass zwei Prostituierte in einer benachbarten Wohnung ihrem Geschäft nachgehen sollen. Der EXTRA TIPP hakt nach und findet tatsächlich nach kurzer Zeit heraus: Zwei Huren haben eine Adresse im Hinterwaldweg in ihren Kontaktanzeigen angegeben. Ein Anruf bringt Klarheit: Jessika und Anika arbeiten zu zweit in einer Wohnung. „Seit vorletztem Samstag“, sagt Annika freimütig. „Alles ist hier ganz diskret.“

Einige der Nachbarn sind trotzdem stinksauer wegen der vermeintlichen Störung ihres Idylls. „Da stehen ständig die tollsten Edelkarossen davor“, sagt eine Nachbarin. Sie ist der Überzeugung, dass es für das Viertel schlecht ist, wenn dort zwei „Nutten einen Puff aufmachen.“ Auch große Teile der restlichen Nachbarschaft regen sich über die leichten Damen auf. Hinter vorgehaltener Hand, versteht sich. Da wird von einer Gefahr für die Kinder in der Straße gesprochen und über mögliche kriminelle Machenschaften spekuliert.

Das Ordnungsamt soll durchgreifen

Aber es gibt im Hinterwaldweg auch Nachbarn, die die Situation wesentlich gelassener sehen. Ein Anwohner sagt: „Ich habe von denen im Grunde noch nichts mitbekommen.“ Eine der Damen habe er schonmal beim Gassigehen gesehen. Da sei sie mit ihrer französischen Bulldogge Pascha unterwegs gewesen. „Mich stört das auch nicht sonderlich. Solange da keine Kondome auf dem Gehweg rumliegen oder die Freier Schlange stehen, können die von mir aus machen, was sie wollen.“

Nun haben sich einige der Nachbarn schon an das Offenbacher Ordnungsamt gewendet und erhoffen sich ein hartes Durchgreifen von den Behörden. Doch Stadtsprecher Fabian El-Cheikh stellt klar: „Eine Betriebserlaubnis bei Bordellen ist grundsätzlich nicht erforderlich.“ Der Fall werde jetzt geprüft. red

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