„Project Shelter“ fordert Begegnungsstätte

Aktivisten besetzen kurzzeitig leerstehendes Haus in Frankfurt

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Symbolbild

Frankfurt - In Frankfurt hat eine Aktivistengruppe am Dienstagabend kurzzeitig ein Wohnhaus besetzt, das derzeit renoviert wird. Einige Vermummte seien in das Gebäude in Stadtteil Bornheim eingedrungen, rund 100 Menschen versammelten sich auf der Straße davor, sagte ein Polizeisprecher.

Nach rund drei Stunden verließen die Aktivisten der Gruppe „Project Shelter“ das Haus der Ecke Bergerstraße 307/Spillingstraße 47. Rund 200 Menschen versammelten sich anschließend in der Innenstadt zu einer Kundgebung. Die Gruppe teilte mit, Wohnorte und Begegnungsstätten für obdachlose Flüchtlinge und Migranten schaffen zu wollen. 

Das Projekt wollte im besetzten Haus konkret ein Willkommens- und Beratungszentrum mit Wohnmöglichkeiten für obdachlose Geflüchtete und Migranten einrichten. Als Begegnungsort sollte es auch allen Frankfurtern offen stehen und aktiv in den Stadtteil eingebunden sein. „Wir haben alle schon in anderen europäischen Ländern gelebt, viele von uns dürften vom Gesetz her hier arbeiten - aber dafür brauchen wir ein Zentrum, wo wir ankommen, wohnen, Arbeit suchen, um in ein Leben in Freiheit starten können. Als Neuankommer in der Stadt wird uns das bisher unmöglich gemacht“, sagt die Aktivistin Isa B. von „Project Shelter“. Jetzt sollte der Protest mit einer erneuten Besetzung wieder stärker auf die Straße getragen werden: „Wir setzen auf die vielen solidarischen Frankfurter - gemeinsam können wir eine Stadt für alle ermöglichen“, sagte der Aktivist Jakob Dettmar. 

Der Besitzer des Gebäudes habe auf einen Strafantrag verzichtet, hieß es bei der Polizei. Das Haus steht seit einigen Jahren leer. Auf Facebook verkündete Project Shelter noch in der Nacht, dass der Eigentümer des Hauses der Gruppe nun erlaubt habe, dass Erdgeschoss des Gebäudes zwischenzunutzen. 

Erst im Dezember hatten Aktivisten ein Haus auf der Bergerstraße besetzt, das von der Polizei später geräumt wurde. dpa/lhe/skk

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