Personal der Asklepios Klinik beschwert sich

Nur ein Pfleger nachts für 36 Patienten in Langener Krankenhaus

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Weil es zu wenig Pflege-Personal gibt, fehlt die Haupt-Nachtwache. 

Langen – Der Mangel an Pflegekräften sorgt für Ärger an der Asklepios Klinik Langen. Während sich Mitarbeiter in einem anonymen Brief an den EXTRA TIPP massiv beschweren, verweist die Geschäftsführung auf zusätzliches Personal im Oktober. Von Janine Drusche

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„Aus Angst vor Represalien“ wenden sich Mitarbeiter der Asklepios Klinik Langen in einem anonymen Schreiben an den EXTRA TIPP, wollen ans Licht bringen, was an ihrem Arbeitsplatz für Bedingungen herrschen: Sie bemängeln, dass es seit Juni dieses Jahres keine HauptNachtwache mehr in dem Langener Krankenhaus gibt. Eine Schwester sei im Nachtdienst allein für bis zu 36 Patienten zuständig. Geschäftsführer der Klinik, Steffen Vollrath, bestätigt die Auskunft auf Anfrage des EXTRA TIPPS: „Wir haben derzeit keine Haupt-Nachtwache. Transporte werden nachts vom Patiententransportdienst erledigt, das klappt auch.“ Das Problem des Pflegekräfte-Mangels sei ja bekannt.

Die betroffenen Mitarbeiter sehen das laut ihres Schreibens anders: „Trotz einer internen Unterschriftensammlung und massiven Widerspruchs des Betriebsrates wurde das von dem Geschäftsführer durchgezogen.“ Durch das Fehlen der Haupt-Nachtwache würden außerdem frisch operierte Patienten von Reinigungskräften auf die Station gefahren. Mit den Worten: „Die Umstände der Asklepios Klinik in Langen sind für Angestellte und Patienten teilweise unerträglich“, endet der anonyme Brief.

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Auch Fachbereichsleiter für Gesundheit bei Verdi Hessen, Georg Schulze-Ziehaus, schätzt die Situation im Asklepios-Krankenhaus Langen als bedenklich ein: „Eine Pflegekraft auf der Station ist pro Nachtschicht einfach zu wenig, wenn keine qualifizierte Haupt-Nachtwache im Hintergrund mitwirkt.“ Auch wenn es zur Zeit fast normal sei, dass in der Region nachts zwischen 20, 30 oder sogar 40 Patienten auf einen Pfleger kommen, sei das noch lange nicht in Ordnung.

„Es ist noch nicht verboten, aber absolut nicht förderlich für das Personal. Es zehrt an den Kräften und ist eine Gefährdung für die Patienten“, sagt Schulze-Ziehaus. Die jetzt eingesetzten Pfleger seien zudem meist geringer qualifiziert als nötig. Und: Der Pflegemangel bedinge sich bei den herrschenden, schlechten Konditionen selbst. So könne der Beruf ja gar nicht attraktiv auf Azubis wirken und sich nichts ändern. 

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Deshalb soll, laut Asklepios-Sprecher Rune Hoffmann, zum 1. Oktober wieder eine Haupt-Nachtwache angestellt werden: „Dann wird sich die Situation wieder entspannen, denn wir stellen 18 Pflegekräfte ein.“ Bis dahin müsse man die Patienten mit ungelernten Kräften transportieren. „Denn wir können uns vorher leider keine Pfleger aus den Rippen schneiden.“

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