Um Menschen ohne Behinderung für die Spiele zu begeistern

Hanauer gibt einzige Paralympics-Zeitschrift heraus

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Martin Schenk aus Hanau verlegt die Rollstuhl-Basketball-Zeitschrift „Rollt.“ und gibt das weltweit einzige Paralympics-Magazin heraus.

Region Rhein-Main – Alles schaut auf Olympia. Wenn am 7. September behinderte Athleten bei den Paralympics antreten, schauen viele wieder weg. Mit dem Magazin „Rollt. “ will ein Hanauer das ändern. Er gibt die weltweit einzige Zeitschrift zu den paralympischen Spielen heraus. Von Christian Reinartz

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Der Nabel der Paralympischen Spiele ist das Rhein-Main-Gebiet. Denn hier laufen alle wichtigen Drähte zusammen. Auf dem Schreibtisch von Martin Schenk. Der Hanauer gibt zusammen mit seinem Geschäftspartner Sven Labenz das weltweit einzige Sportmagazin zum Thema Paralympics heraus. Die einzige Quelle, wo sportbegeisterte Behinderte oder deren Angehörige umfassende Informationen und Hintergrundberichte zu den paralympischen Spielen finden. Auch international wird sein Magazin hoch gehandelt. Darin werden nicht nur die 22 Sportarten samt Regeln erklärt, sondern auch die Teams vorgestellt und Termine veröffentlicht.

Gewinnbringend ist das nicht. Noch nicht. „Dafür ist die Szene einfach zu klein“, sagt Schenk. Aber er ist überzeugt, dass das Interesse am Behindertensport auch bei Gesunden schnell wachsen wird. „Und vielleicht findet sich ja auch bald ein Sponsor, der unser Projekt für den Behindertensport unterstützen will.“

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Aber wie kommt ein 1,98-Mann ohne Behinderung dazu, ein Magazin über Behindertensport herauszugeben? „Weil es einfach sau spannend ist“, sagt Schenk. Der 42-Jährige ist selbst Basketballspieler gewesen und irgendwann in Kontakt gekommen mit Rollstuhlbasketball. „Von diesen Sportlern kommt wirklich viel zurück“, sagt er. „Und es ist so schön, ein Magazin zu machen, das die Leute regelrecht verschlingen.“ Wenn nicht gerade die paralympischen Spiele anstehen, geht’s in der „Rollt.“ wieder nur um Basketball auf zwei Rädern. Sechsmal im Jahr berichtet Schenk dann über die aktuelle Entwicklung der Ligen und die Spitzensportler, setzt sich mit seinen Berichten für die bessere Inklusion von Behinderten in die Gesellschaft ein.

„Mir geht es dabei auch gar nicht darum, wie bei einer exotischen Sportart zu erklären, wie die Regeln sind“, stellt Schenk klar. „Bei uns geht’s um die Spiele, die Ergebnisse und die Personalpolitik bei den Vereinen. Eben etwas für Sportbegeisterte. In der Szene und auch darüber hinaus kommt das offenbar an. „Wir verzeichnen ständigen Zuwachs“, sagt Schenk. Zwar sei die Szene sehr klein, und die meisten, die sich dafür interessierten, seien entweder selbst behindert oder hätten Verwandte oder Freunde mit Handicap. „Aber das ändert sich gerade. Immer mehr Nichtbehinderte interessieren sich für die Höchstleistungen, die diese Sportler abliefern.“

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