Göttliche Tage

Offenbach richtet Jugendkirchentag 2016 aus

+
Real und als Karikatur die Macher und Veranstalter des Jugendkirchentages: (von links) Landesjugendpfarrer Gernot Bach-Leucht, Dekanin Eva Reiß, Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider, Kirchenpräsident Volker Jung, Jugendkirchentags-Geschäftsführerin Karen Emmermann und Projektleiter Hans-Joachim Adolph.

Offenbach – Zwischen dem 26. und dem 29. Mai wird Offenbach sein Gesicht verändern. Das nimmt Gernot Bach-Leucht an. Der Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau spricht über den achten Jugendkirchentag, den Offenbach ausrichten wird. Von Stefan Mangold

Insgesamt werden an den Tagen um Fronleichnam 4000 Jugendliche erwartet. Bach-Leucht erzählt aus seiner Zeit als Gemeindepfarrer in Darmstadt-Weiterstadt. Im Jahr 2002 habe er seinen Konfirmanden vom geplanten ersten Jugendkirchentag in Gießen erzählt, darauf spekulierend, zumindest auf freudiges Interesse zu stoßen. Statt dessen spürte er allgemeine Skepsis, durch die Angst bedingt, es könnte sich um eine Variante des als eher flau empfundenen Sonntagsgottesdienst handeln, die sich gleich über mehrere Tage zieht. Eine Furcht verflog rasch. Beim Jugendkirchentag folgt ein Event dem nächsten. Und sowieso: Alleine, von zu Hause weg zu sein, kann schon Kribbeln auslösen.

Der Jugendkirchentag sei „ein bisschen was anders als der kirchliche Alltag“, erklärt Kirchenpräsident Volker Jung. Die Kirche präsentiere sich dort „lebendig, lebensnah und zukunftsorientiert“. Thematisch werde es vor allem in einer Stadt wie Offenbach um den Umgang mit den Flüchtlingen gehen.

Die Kirche müsse sich oft mit der Kritik auseinandersetzen, sie äußere sich zu stark politisch. Dem entgegnet Volker Jung, zu schweigen, sei schließlich ebenfalls ein Statement. Gerade Jugendliche interessierten sich für ein Thema wie Kirchenasyl. Bei Berufsmessen sorge der Stand der Theologen mittlerweile für wesentlich mehr Interesse als in früheren Jahren. Auf Nachfrage begründeten das viele mit dem Engagement der Kirche in der Flüchtlingsfrage.

Eva Reiß, die Dekanin der evangelischen Gemeinden in Offenbach, erzählt von einem Brief der Landekirche, der Ende 2013 einflatterte. Darin stand die Frage formuliert, ob sich die Offenbacher Protestanten vorstellen könnten, einen Jugendkirchentag auszurichten. Das Schreiben wanderte von Tisch zu Tisch, von Pontius zu Pilatus, bis es am Ende wieder vor ihr lag, erzählt die Pfarrerin der Stadtkirche. Im kommunalen Kirchenkreis sei man sich aber schnell einig gewesen, die Geschichte stemmen zu können.

400 Helfer im Einsatz

Viel Lob darf sich Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider von den Organisatoren anhören, die während der Tage von über 400 ehrenamtlichen Helfern Unterstützung bekommen. Karen Emmermann, Geschäftsführerin des Jugendkirchentags, erwähnt die Polizei und das Ordnungsamt. Nie habe sie an verschlossene Türen geklopft, stets den Grundtenor vernommen, „das bekommen wir hin“.

Schneider erwähnt, in Offenbach lebten nicht nur Bürger aus über hundert Nationen friedlich nebeneinander, „sondern auch Muslime, Juden, Christen und Agnostiker“. Auch Hans-Joachim Adolph singt ein Loblied auf das Ordnungsamt. Der Projektleiter des Kirchentags erinnert sich an die erste Begrüßung von Behördenchef Peter Weigand: „Wir freuen uns auf euch.“

Mit einer Karte von 15 Euro lässt sich jede Veranstaltung des unter „good days & nights“ firmierenden Jugendkirchentags besuchen. Kostenlos ist der Themenpark der Kulturen im Stadthof und auf dem Aliceplatz sowie das Areal um das Beachvolleyballfeld am Main.

Das gesamte Programm findet sich unter: www.good-days.de.

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Mehr zum Thema

Kommentare