Ein Tropfen auf den heißen Stein

Neues Flüchtlingsheim in Bad Soden zu klein

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Zwei Personen sollen sich ein solches 10,3 Quadratmeter-Zimmer teilen.

Bad Soden – Der Main-Taunus-Kreis hat in Bad Soden eine neue Unterkunft für Asylbewerber fertiggestellt. Am Hübenbusch sollen bis zu 80 Menschen Platz finden. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Von Dirk Beutel

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Der Aufschrei in Bad Soden war groß als bekannt wurde, dass „Am Hübenbusch“, direkt neben der Otfried-Preußler-Schule eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge gebaut werden solle. Dass man seine Kinder nicht mehr alleine in die Schule gehen lassen könne, dass das Eigenheim an Wert verlieren könnte und Kriminalität wurde befürchtet. Allerdings hat sich diese Aufregung wieder gelegt und die Asylunterkunft ist mittlerweile fertig. „Das ist kein Bad Sodener Einzelfall gewesen. Bei allen unseren Maßnahmen gibt es Widerstand. Das ist menschlich. Aber diese Vorbehalte sehe ich heute nicht mehr“, sagt MTK-Kreisbeigeordneter Johannes Baron.

2,6 Millionen Euro für Neubau

2,6 Millionen Euro kostete der zweigeschossige U-förmige Modellbau. Am Montag werden dort die Ersten einziehen, bis zu 80 Personen sollen dort Platz finden. Sie kommen aus Pakistan, Eritrea, Somalia. Das Quartier ist ausgestattet mit 16 Wohneinheiten, die jeweils mit einer Wohnküche, einem Bad und separaten Schlafräumen ausgestattet sind. Die Wohnungen sind zwischen 42 und 66 Quadratmeter groß und verfügen über eine Grundausstattung, wie Kühlschränken, Etagenbetten und Küchenmöbel. Für die Integration setzt der Kreis auf die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen. Für Sprachkurse sei in der neuen Unterkunft ein Gemeinschaftsraum vorgesehen. „Die Bauweise hat sich bereits in Kriftel und Flörsheim bewährt“, sagt Baron. Jedoch ist der Bau nur ein Tropfen auf den heißen Stein: „An der dramatischen Lage hat sich nichts geändert. Jede Woche müssen wir 30 neue Asylbewerber unterbringen“, sagt Baron. In der ersten Jahreshälfte muss die Stadt insgesamt 151 Personen aufnehmen. Wenn die neue Unterkunft belegt ist, fehlen nach Angaben von Baron, nach derzeitigem Stand, aber immer noch knapp 20 Plätze.

1100 Flüchtlinge im Main-Taunus-Kreis

Bislang leben im Main-Taunus-Kreis etwa 1100 Flüchtlinge in 33 Unterkünften. Bad Soden hat bereits in einer Unterkunft in der Königsteiner Straße Flüchtlinge aufgenommen, andere sind in einer Privatpension untergebracht. Bis zum Ende des Jahres soll der Kreis nach Angaben von Baron noch 900 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Baron: „Das ist auf konventionelle Weise nicht zu lösen.“ Deshalb prüfe der Kreis bereits einige Sporthallen als Alternativen. Doch das könnte Ärger mit den jeweiligen Vereinen bedeuten, die ihren Spielbetrieb natürlich gewährleisten wollen.

Neues Heim in Rodgau auf den letzten Drücker

Nahezu auf den letzten Drücker ist die neue Gemeinschaftsunterkunft in Rodgau fertig geworden. Schon am Montag sollen dort die ersten Flüchtlinge das neue Quartier beziehen. Wie viele es sein werden und aus welchen Ländern sie stammen, sei nach Angaben von Kreis-Sozialdezernent Carsten Müller noch nicht abzusehen. Etwa 2,3 Millionen Euro hat sich der Kreis Offenbach die neue Gemeinschaftsunterkunft kosten lassen. 80 Flüchtlinge sollen dort auf drei Etagen Platz finden. Etwa fünf Monate dauerte der dreigeschossige Neubau in der Borsigstraße 1A in Nieder-Roden. Rund 500 Quadratmeter Platz sind auf jedem Stockwerk vorhanden.

Mehr Bilder von der neuen Unterkunft

Neues Quartier für 80 Flüchtlinge in Bad Soden

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