Zwei Wrestlerinnen packen aus

Neuer Fetisch-Trend: Männer lassen sich von Frauen verhauen

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Iron Phönix (links) und Warrior Amazone zeigen, was sie auf der Matte draufhaben. 

Region Rhein-Main - Ein ganz besonderer Fetisch breitet sich derzeit im Rhein-Main-Gebiet aus. Männer bezahlen viel Geld dafür, um von einer starken Frau nach Strich und Faden verhauen zu werden. Zwei Wrestlerinnen erzählen, was dahinter steckt. Von Christian Reinartz

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Iron Phönix und Warrior Amazone sitzen auf einem zugigen Balkon im vierten Stockwerk eines baufälligen Hinterhauses nahe der Frankfurter Messe. Groß sind die beiden nicht. Und furchteinflößend schon gar nicht.

Trotzdem verhauen die beiden jungen Frauen so ziemlich jeden normalen Mann, der es mit ihnen aufnehmen will – und genau dafür sind Männer auch bereit viel Geld zu bezahlen: 200 Euro kostet eine Stunde auf der Matte mit einer der beiden.

Liegt das Geld auf dem Tisch, gehen die beiden Wrestlerinnen in den Kampfmodus über. Den beherrschen sie bis zur Perfektion. Beide trainieren fünfmal die Woche, drücken locker 80 Kilogramm, sind abgehärtet und haben so ziemlich jede Schlag, Ring- und Würgetechnik drauf, die es gibt. 

Keine Chance beim Armdrücken

Und die bekommen die Männer zu spüren. „Die meisten wollen erstmal Armdrücken“, sagt Iron Phönix. Sie stellt ihren Arm auf den Tisch, macht eine einladende Geste. Aber keine Chance. Drei, vier Sekunden, dann knallt die Hand auf den Tisch und der Bizeps schmerzt. „Das sieht man uns nicht an“, sagt Warrior Amazone stolz: „Aber genau diese Kraft suchen diese Männer.“

Nach dem Armdrücken geht’s auf die Judomatte in einem speziell dafür hergerichteten Kampfraum. „Der Kunde kann sich dann aussuchen, was er möchte“, erklärt Iron Phönix. „Der eine steht auf Ringen, der andere auf Boxen“, sagt die Amazone. Am Ende landet der Hals des Mannes meistens in der sogenannten Beinschere, einer Würgehaltung, mit der die beiden Kämpferinnen ihr Gegenüber fixieren und kampfunfähig machen.

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In Foren tauschen sich die Männer dann über ihre Erlebnisse aus. Über die Warrior Amazone schreibt etwa einer: „Jedenfalls hab ich eine Stunde lang unter ihrer vollen Kontrolle gestanden, beziehungsweise gelegen. Leider konnte ich sie den Großteil der Stunde aus meiner unglücklichen Positionen heraus nicht sehen. Das ist schade, weil sie in meinen Augen super hübsch und eine Traumfrau ist. Glaube die letzten 20 Minuten wusste ich gar nicht mehr, wo ich war und konnte mich eigentlich kaum noch auch nur irgendwie bewegen, geschweige denn wehren.“

Nur kämpfen, kein Sex

Diese Männer sind zum großen Teil schwerreiche Banker oder Geschäftsleute. Viele kommen von weiter her nach Frankfurt. Auch aus dem Ausland werden die beiden mittlerweile gebucht, oft im Doppelpack. Dass die Kunden der beiden sexuelles Interesse haben könnten, ist ihnen bewusst. „Aber bei uns gibt’s klare Regeln. Hier wird nur gekämpft. Sonst nichts.“ Auch auf den Webseiten der beiden steht in großen roten Buchstaben: Keine sexuellen Handlungen. Gekämpft wird deshalb auch nur in Leggins und Oberteil. „Und wenn sich einer nicht dran hält, können wir uns ja wehren.“

Die beiden sind mit ihrem Angebot offenbar schon richtige internationale Stars der überschaubaren Szene. „Jetzt fliegen wir erstmal nach USA. Da hat uns ein Geschäftsmann gebucht und uns gleichzeit noch eine kleine Rundreise geschenkt“, sagt Iron Phönix. „Aber natürlich machen wir sowas nur zu zweit.“ Angst, dass ihnen etwas passiert haben sie nicht. Warrior Amazone sagt schmunzelnd: „Wir beide können uns gut selbst verteidigen.“

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