Sechs Tipps, die wirklich gegen die Plage helfen

Nervige Fruchtfliegen: So wird man sie los!

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Fruchtfliegen machen sich gern über Obst her.

Region Rhein-Main - Sie sind klein, flink, bringen meistens alle ihre Verwandten mit und nerven tierisch: Fruchtfliegen! Wie man sie wieder los bekommt und wie sie erst gar nicht entstehen, verrät der EXTRA in sechs Tipps. Von Oliver Haas

„Wir werden täglich wegen Fruchtfliegen angerufen“, sagt Schädlingsbekämpfer Markus Sommer aus Seligenstadt. Manchmal kann man das Problem sogar telefonisch klären, aber dann gibt es Härtefälle, bei denen er und sein Team vor Ort anrücken müssen.

„In manchen Bäckereien ist alles voller Fliegen. Da muss die Verkäuferin erstmal mit der Hand wedeln, bevor man sie sieht.“ Aber auch zu Privatleuten fahren die Experten. Hier die sechs wichtigsten Fragen und Antworten zur Fruchtfliegenplage in diesem Sommer.

1. Warum rauben uns derzeit so viele Fruchtfliegen den Nerv?

Fruchtfliegen, im Fachjargon Drosophila melangaster genannt, werden etwa zwei bis drei Millimeter lang, haben sechs Beine und zwei Flügel. „Dass es in letzter Zeit so viele sind, hat sicher mit dem warmen Wetter zu tun. So können sie sich noch besser vermehren“, sagt Professor Bernd Grünewald vom Institut für Bienenkunde der Uni Frankfurt mit Sitz in Oberursel, der unter anderem Fruchtfliegen erforscht. Dass es in diesem Sommer besonders viele sind, findet er nicht. „Das ist oft subjektives Empfinden, wenn man sich davon besonders gestört fühlt.“

2. Warum sind es immer so schnell so viele?

Wenn man übers Wochenende weg ist, dann können sich mehrere Generationen von Fruchtfliegen bilden. Denn: „Die Larven schlüpfen bereits nach wenigen Stunden und es dauert nicht lange, bis diese Tiere erneut Eier ins Obst setzen“, sagt Grünewald. Und obwohl sie nur eine Lebenserwartung von zwei Wochen haben, kann sehr schnell eine Fruchtfliegen-Großfamilie entstehen. Denn ein Weibchen kann bis zu 400 Eier legen.

3. Was lockt die Tiere an und begünstigt die Vermehrung?

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„Im Grunde freut sich die Fruchtfliege über alles, was gärt. Das ist natürlich in erster Linie Obst. Besonders, wenn es schon leicht angefault ist“, sagt Kammerjäger Sommer. Bester Schutz ist deshalb, das Obst einfach in den Kühlschrank zu legen. Auch süße Getränken ziehen die Fliegen an. „Deshalb muss man jede Flasche Wein gut verkorken. Und auch Weingläser immer sofort ausspülen.“ Jeder kleine Tropfenrest lockt die Tiere an. Gleiches gilt für Limonade oder Fruchtsäfte. Und weil die Tierchen Hefegeruch sehr lieben, sollten auch Bierflaschen nicht offen herumstehen. Schmutzige Teller sollten immer gleich abgespült werden. „Vor allem, wenn Obst-Kuchen darauf lag, ist das für sie eine willkommene Stelle, um Eier abzulegen“, warnt Sommer.

4. Obst ist im Kühlschrank, Geschirr gespült, warum schwirren trotzdem so viele in der Küche?

Das kann mehrere Gründe haben. Schuld kann der Mülleimer sein: „In der jetzigen Zeit sollte man den am besten täglich leeren. Selbst wenn man nur einen Tag wartet, kann sich bereits eine Fliegeninvasion gebildet haben. „Wichtig ist hierbei, dass man den Mülleimer immer gut ausspült“, rät Sommer.

Was viele auch unterschätzen ist, dass Fruchtfliegen ihre Eier auch im Siphon des Waschbeckens ablegen. „Deshalb einfach mal fünf Minuten lang heißes Wasser durchlaufen lassen. Das reicht meistens schon“, sagt Spezialist Sommer.

Auch wenn die Spülmaschine zwei Tage nicht gelaufen ist, dann können sich dort Reste befinden, auf die sich die Fliegen stürzen und ihrem Nachwuchs ein Zuhause bieten.

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5. Was hilft gegen die Tiere, wenn sie bereits da sind?

„Es gibt spezielle Fruchtfliegenfallen im Handel und auch bei uns. Die sind auch ohne chemische Zusätze“, sagt Kammerjäger Sommer. Aber man könne sich das mit einfachen Mitteln auch sehr gut selbst herstellen. „Einfach eine Schale mit Essig und etwas Apfelsaft zusammenmischen. Ganz wichtig, dass man noch ein paar Spritzer Spüli hinein kippt.“

Werden die Fliegen dann vom Geruch angelockt, nippen sie davon. Durch das Spüli im Wasser verliert das Wasser seine Spannung und die Tiere ertrinken.

6. Haben die Tiere auch irgendeine sinnvolle Aufgabe?

Auch wenn sie oft nerven, sind die Tierchen doch zu etwas gut: „Die Fruchtfliegen fressen auf dem Kompost das Obst. Was sie dann ausscheiden, ergibt gute Erde“, erklärt Grünewald.

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