Nur noch 4000 leben in Frankfurt

So mies ist das Leben der Stadttauben

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Diese beiden Tauben scheinen glücklich zu sein. Doch viel Stadttauben führen ein echt mieses Leben.

Region Rhein Main - Die Zahl der Stadttauben, etwa in Frankfurt, ist laut dem Stadttaubenprojekt auf rund 4000 Tiere zurückgegangen. Das hat viel Gründe, vor allem die miesen Lebensbedingungen.

Das liegt zum einen am Einsatz der Helfer, die die Tiere in Taubenhäusern konzentrieren und so die Population eindämmen. Aber auch die schlechten Lebensbedingungen sind Grund. Warum das Taubenleben kein Zuckerschlecken ist, erklärt Projektleiterin Gudrun Stürmer:

Qualvoller Tod durch Zigaretten-Kippen

Im Kropf von vielen Stadttauben finden sich achtlos weggeworfene Zigarettenfilter. Die gierigen Tiere picken sie auf und versuchen sie vergeblich zu schlucken. Das Schlimme: Die Filter verrotten nicht und bereiten ihnen große Qualen. Viele Tiere verenden.

Nägel und Klammer im Magen

Im Magen der Tiere finden sich etwa Nägel und Klammern. Stadttauben sind extrem gierig nach Futter, fressen alles, was irgendwie essbar aussieht. Auch Plastik lagert dauerhaft im Taubenmagen. Eine Stadttaube sollte gut 300 Gramm auf die Waage bringen. In Rhein-Main schaffen sie gerade mal 180. Zufüttern sättigt zwar die Taube, schürt aber den Hass auf die Tiere, denn viele Menschen verstreuen Futter etwa in Bahnhöfen.

Zahlreiche Erkrankungen

Die Stadttaube leidet durch ihren schlechten Zustand und Mangelernährung an zahlreichen Krankheiten und Parasiten. Dazu können Salmonellose, Ornithose, Tuberkulose, Kokken- und Coli-Infektionen gehören, aber auch Pilzerkrankungen oder Viruskrankheiten. Dazu sind sie mitunter von Federlingen, Milben, Flöhe, Wanzen oder Zecken befallen. Gefährlich für den Menschen ist das zumeist aber nicht. Die Tauben sterben daran nicht selten.

Haare schnüren Blutzufuhr ab

Verkrüppelte Krallen, Klumpfüße, abgefaulte Beinchen – der Anblick ist ekelhaft. Hinter dem Phänomen stecken aber nicht etwa Tumore oder eine Krankheit, sondern menschliche Haare. Die liegen zwangsläufig auf der Straße. Die Tauben bleiben mit ihren Beinen darin hängen. Im Lauf der Zeit wickeln sie sich immer fester, schnüren die Blutzufuhr ab. Irgendwann stirbt dann ein Teil der Gliedmaßen und fault ab.

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