Georg Diedrichs ist verrückt nach dem Brettspiel-Klassiker

„Mensch ärgere dich nicht": Offenbacher ist Vizeweltmeister

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Georg Diederichs aus Offenbach spielt den Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“ auch auf Turnieren. 

Offenbach - Georg Diederichs ist „Mensch ärgere dich nicht“-Spieler aus Leidenschaft. Bei der Weltmeisterschaft holte der Offenbacher mit seinem Team Silber. Auch wenn es den Spielern um Spaß geht: Belächeln lassen sie sich nicht. Von Kristina Bräutigam

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16 Figuren, einen Würfel, ein Spielbrett. Mehr braucht Georg Diederichs nicht, um glücklich zu sein. Der Offenbacher ist verrückt nach „Mensch ärgere dich nicht“. Mit dem Virus infiziert er sich vor zwei Jahren. Unter einem Zeitungsartikel über das 100-jährige Jubiläum des Spieleklassikers steht ein Hinweis zu den Deutschen Meisterschaften im „Mensch ärgere dich nicht“ (MÄDN). Georg Diederichs meldet sich an, landet irgendwo im Mittelfeld – und hat seitdem das Spiele-Fieber. 

„Mensch ärgere dich nicht ist einfach wahnsinnig toll. Jeder kennt es, jeder kann es, und trotzdem ist es jedes Mal Spannung pur“, sagt der gebürtige Nordhesse. Am Anfang spielt der 62-Jährige allein oder mit Ehefrau Emine. Weil ihm das irgendwann zu langweilig ist, gründet Diederichs im April die MÄDN-Freunde Offenbach. Die Gruppe von insgesamt 24 Männern und Frauen im Alter zwischen 20 und Mitte 60 trifft sich regelmäßig im „Le Belge“ am Wilhelmsplatz und spielt. 

Ende August wollen sie’s dann wissen: Die MÄDN-Freunde Offenbach melden sich bei der Weltmeisterschaft im „Mensch ärgere dich nicht“ in Wiesloch (Baden Württemberg) an – und werden auf Anhieb Vizeweltmeister. „Das war der Wahnsinn“, sagt Georg Diederichs. Über hundert Spieler aus ganz Deutschland sitzen sich in der riesigen Halle mit den langen Tischreihen gegenüber, bewacht von Schiedsrichtern.

Tasten, schubsen, zaubern: Gesellschaftsspiele für Familien

Gespielt wird nach den klassischen Regeln, allerdings gelten verschärfte Turnierregeln. Besonders zwei entscheiden über Sieg und Niederlage: Die sogenannte Schlagpflicht, die besagt, dass man den Gegenspieler rauswerfen muss, wenn man kann. Und „Berührt ist geführt“: „Wer seine Figur einmal angefasst hat, muss den Zug machen – selbst wenn dem Spieler plötzlich auffällt, dass ein Zug mit einer anderen Figur doch sinnvoller gewesen wäre“, erklärt Diederichs, der auf Turnieren nie ohne Hut und sein blaues MÄDN-T-Shirt antritt.

Wer denkt, Mensch ärgere dich nicht sei nur ein bisschen Würfeln, liege falsch. „Klar braucht man ein Quentchen Glück. Aber eine Portion Können, Konzentration und ein guter Überblick gehören auch dazu“, sagt der 62-Jährige. Auch wenn es Diederichs in erster Linie um Geselligkeit und Spaß geht. Sich nicht zu ärgern, gelingt ihm trotzdem nicht immer.

Verzweiflung im Wettkampf

Auch bei der WM brodelt es innerlich. In einem der drei Vorrundenspiele würfelt Georg Diederichs partout keine Eins, um seine vierte und letzte Figur ins Zielfeld zu bringen. Die Gegenspieler kommen immer näher und werfen ihn schließlich raus. Diederichs, der sich schon als sicherer Sieger wähnte, wird nur Dritter. Umso glücklicher ist das Quartett aus Offenbach, dass es am Ende in der Mannschaftswertung für Platz zwei reicht.

Ein Preisgeld gibt es nicht, das sei aber auch gut so. „Das hält die Zocker fern“, sagt Diederichs. Sein achtjähriger Enkel Luke habe ebenfalls bereits ein gutes Händchen, ärgere sich allerdings immer sehr. Gewinnen lässt ihn Georg Diederichs trotzdem nicht. „Wenn schon, dann spielen wir richtig.“

Interessierte Spieler melden sich bei Georg Diederichs per Mail: zombalak54@yahoo.com.

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