Jüdinnen mussten Rollbahnen für Frankfurter Flughafen bauen

KZ-Gedenkstätte in Mörfelden-Walldorf eröffnet

+
Die letzten Arbeiten an der KZ-Gedenkstätte sind mittlerweile abgeschlossen. 

Mörfelden-Walldorf - Mit Nachfahren von einstigen Gefangenen ist am Sonntag feierlich eine Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Walldorf eröffnet worden. 1944 waren dort 1.700 ungarische Jüdinnen inhaftiert, die Rollbahnen für den Frankfurter Flughafen bauen mussten.

Lesen Sie auch:

Prozess in Hanau fällt aus: Früherer KZ-Wachmann gestorben

Das Lager wurde nach 1945 gesprengt. Bauherrin der Gedenkstätte ist die Margit-Horváth-Stiftung. Ihre Vorstandsvorsitzende Cornelia Rühlig teilte mit: „Es sind fast 15 Enkel und Kinder aus Deutschland, Israel und den USA gekommen.“ Die 32-jährige Israelin Tal Segev sagte: „Es ist sehr bewegend für mich, hier den Ort zu erleben, an dem meine Großmutter inhaftiert war.“ Die 87-jährige Israelin sei vor Jahren noch selbst nach Walldorf gereist: „Sie erinnerte sich an sehr viele Details.“

Nach Angaben der Stiftung entstand nun ein neues Gebäude über dem Keller der ehemaligen Küchenbaracke, in dem die Inhaftierten misshandelt worden waren. Von 2015 an hatten hunderte junge Menschen aus dem In- und Ausland die Grundmauern freigelegt. Die Gedenkstätte soll vor allem als Arbeits- und Seminarraum für Jugendliche dienen.

Nach Auskunft der Stiftung wurde die KZ-Außenstelle Walldorf Ende 1944 aufgelöst. Die Gefangenen wurden ins KZ Ravensbrück deportiert. Etwa 40 bis 50 hatten das Walldorfer Lager nicht überlebt. dpa/lhe

Lesen Sie auch: Erste Stolpersteine in Bad Homburg verlegt

Auschwitz und der Ort Oswiecim: Todeslager und Stadtleben

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Mehr zum Thema

Kommentare