Wer zu oft den Dienst „WhatsApp“ benutzt, kann krank werden

Diagnose Whatsappitis: Wenn der Daumen brennt

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Wer zu häufig Whatsapp-Nachrichten tippt, kann gesundheitliche Probleme bekommen.

Region Rhein-Main –  Smartphones gehören für viele Menschen zum ständigen Begleiter. Auch der Nachrichtendienst „Whatsapp“ ist vor allem für Jüngere nicht mehr wegzudenken. Doch wer deshalb seinen Daumen zu oft übers Display kreisen lässt, der riskiert die Diagnose: Whatsappitis. Von Oliver Haas

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Vor einem Jahr berichtete der EXTRA TIPP darüber, welche verheerenden Folgen übermäßige Benutzung des Handys haben kann. Durch häufigen Blick auf die kleinen technischen Wunderwerke wird der Nacken mit bis zu 30 Kilo belastet. Dadurch kann es zu Bandscheibenschmerzen, Sprachproblemen, Ohrenleiden wie Tinitus, massiver Sehschwäche und Schwindelanfällen kommen

Doch seit einiger Zeit klagen Patienten in den Praxen der Orthopäden über Schmerzen, die vor allem durch das Benutzen einer bestimmten App ausgelöst werden. Durch die übermäßige Nutzung des Nachrichtendiensts Whatsapp kann eine chronische Sehnenscheiden-Enzündung entstehen.

Dr. Nicolas Gumpert vom Orthopaedicum in Frankfurt sieht wöchentlich fast täglich einen Patienten in seiner Praxis, dem er die Diagnose „Whatsappitis“ stellen muss. „Der Schmerz, der dann auftritt, ist kein punktueller, sondern eher ein gleichmäßiges Brennen rund um den Daumen“, erläutert Gumpert.

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Neben der Sehnenscheiden-Entzündung kann als Folge auch das sogenannte Karpaltunnelsyndrom entstehen. „Dieses Krankheitsbild kennen vor allem PC- und Konsolenspieler, die stundenlang mit den Daumen den Gamepad benutzen. Nach einer Weile schlafen dann die Hände ein“, sagt Gumpert.

Wer ein Brennen um den Daumen bemerkt, sollte sofort das Smartphone weg legen oder zumindest die Hand wechseln, sagt Gumpert. Entzündungshemmende Salben können dann den Schmerz zumindest lindern.

Smartphones stressen Kinder

Grundsätzlich sei es laut Gumpert natürlich so, dass jede unnatürliche Körperbewegung, die sehr intensiv und oft gemacht wird, orthopädische Probleme verursachen kann. Und das können sogar Bewegungen sein, an die man sich eigentlich bereits gewöhnt hat und die regelmäßig ausgeführt werden. „Bestes Beispiel ist die Gartenarbeit. Wer nach einem langen Winter wieder im Frühjahr wieder zur Harke greift und es übertreibt, der kann dementsprechend auch starke Schmerzen bekommen“, sagt Gumpert.

Übrigens machte eine ähnlich kurios klingende Krankheit wie Whatsappitis bereits vor der Zeit der Smartphones die Runde in den Sprechzimmern. 1999 stellte ein australischer Arzt als erster die Diagnose „Nintendinitis“. Diese Krankheit zeichnet sich durch eine eitrige Wunde an der inneren Handfläche aus und entsteht durch das lange Halten von Joypads einer Nintendo-Spielekonsole.

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