Gemeinsame Aktion von RMV und OVB  in Offenbach

Großkontrollen im Nahverkehr: Jeder 20. fährt schwarz

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Symbolbild

Offenbach - Im öffentlichen Nahverkehr gilt für viele Menschen das Fahren ohne Fahrschein als Kavaliersdelikt - ist es aber nicht. Wer erwischt wird, muss ordentlich zahlen. So auch bei einer gemeinsamen Großkontrolle von RMV und OVB in Offenbach. Das Ergebnis überraschte sogar die Initiatoren. 

„Die Großkontrolle war ein voller Erfolg", sagte der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Knut Ringat, nachdem das Unternehmen gemeinsam mit der Polizei und den Offenbacher Verkehrsbetrieben (OVB) am Mittwoch erstmals eine Großkontrolle an zwei Offenbacher Stationen im Busbereich durchgeführt hat. Ringat hatte sich von der Kontrolle ein Bild am Bahnhof Offenbach-Ost gemacht. Auch am Hauptbahnhof Offenbach gab es Kontrollen. 

In knapp 70 Bussen wurde jeder Fahrgast kontrolliert. Von insgesamt etwa 1.440 Fahrgästen hatten 75 Personen keine Fahrkarte vorzuweisen - was einer Quote von über fünf Prozent entspricht. „Damit liegen wir noch deutlich über den von uns und bundesweit bisher immer geschätzten drei Prozent", sagte Ringat weiter. „Würde man das auf alle Fahrten im RMV hochrechnen, so gingen uns im Jahr mehr als 40 Millionen Euro verloren." 

Umfrage: Hier gibt es die meisten Schwarzfahrer

Ringat kündigte eine Intensivierung der Maßnahmen gegen das Schwarzfahren an: „Dagegen werden wir dauerhaft etwas unternehmen." In Offenbach waren 16 Prüfer und zwölf Polizeibeamte über den ganzen Tag im Einsatz und kontrollierten vormittags alle Busse am Offenbacher Hauptbahnhof und am Nachmittag alle Busse in Offenbach Ost. Ein Einsatz, der sich laut Ringat gelohnt hat und den der RMV auch in anderen Städten wiederholen wird. 

Die Kontrollen sind Bestandteil einer Kampagne gegen Schwarzfahrer, welche der RMV seit zwei Jahren durchführt. So wurden in 2014 beginnend die Prüfstunden auf der S-Bahn um über 50 Prozent erhöht. Seit Anfang 2015 setzt der RMV zudem als erster Verkehrsverbund in Deutschland ein eigenes Service-Team ein, dass flexibel auf die Veränderung von Problemschwerpunkte reagieren kann. Grundsätzlich werden zudem bei allen Ausschreibungen Zugbegleiter in jedem Zug gefordert.

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