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Reiche sahnen ab, Arbeiter ächzen: Gebt uns Gerechtigkeit!

Das schwedische Möbelhaus Ikea macht Milliardengewinne und schafft es, in Deutschland weniger als 50. 000 Euro Steuern zu zahlen. Das sorgt dafür, dass es tausende Arbeitsplätze in unserem Land gibt. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

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Das sorgt aber auch dafür, dass es ein immanentes Gefühl von Ungerechtigkeit in der Bevölkerung gibt. Und das ist schlimm. Schlimm deswegen, weil es den Glauben an unser Wirtschaftssystem erschüttert.

Da sind die einfachen Arbeiter, die ihr Leben lang rackern und es am Ende schwer haben, sich mit ihrer Rente über Wasser zu halten. Und da sind die Reichen, die, scheinbar mit Glück im Überfluss ausgestattet, nicht mehr wissen wohin mit ihrem ganzen Vermögen. 

Und irgendwie hat das alles immer weniger mit dem immanenten Geist unserer Wirtschaftsordnung zu tun. Denn der basierte stets darauf, dass wir es selbst in der Hand haben, zu welcher Gruppe wir gehören wollen. Sozialer Aufstieg für jedermann, die berechtigte Hoffnung, dass es der Kindergeneration besser gehen wird, das Versprechen von Gerechtigkeit – die Eckpfeiler unserer Arbeitswelt bröckeln gewaltig.

Was das Gefühl von Ungerechtigkeit zementiert, ist die Beobachtung der vergangenen Jahre, dass Politiker nicht gewillt sind, daran etwas zu verändern. Ob Rot-Grün, Schwarz-Gelb oder Große Koalition – die soziale Schere ist immer weiter auseinander gegangen. Was ist geworden aus Steuer- oder Krankenkassen-Reform? Zu jeder Wahl wird der große Wurf angekündigt, doch nichts passiert. Solange sich aber nichts grundlegend ändert, bleibt die Ungerechtigkeit immer weiter bestehen.

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