Arme Senioren

Kaufkraft der Rente: 1000 Euro sind in Rhein-Main weniger wert

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Ebbe im Portemonnaie: In Frankfurt und Rhein-Main passiert das schneller als auf dem Land. 

Region Rhein-Main - Es tut weh, was das teure Pflaster Frankfurt von der Rente wegfrisst. Eine neue Studie der Versicherer erschreckt: Demnach sind 1000 Euro in Frankfurt nur 845 wert. In den Nachbarkreisen sieht es nicht viel besser aus. Von Christian Reinartz

Hier ist das Leben besonders in den Städten teuer. Allen voran in Frankfurt. Die Stadt belegt den vierten Platz in der Rangliste, nur in Stadt und Landkreis München und dem Landkreis Starnberg ist es teurer. Aber auch im Taunus und in Stadt und Kreis Offenbach sind die Renten wesentlich weniger wert, als sie eigentlich sollten. „Das Preisgefälle zwischen den Regionen ist sehr groß“, sagt Prognos-Chefökonom Michael Böhmer, der Schöpfer der Studie. 

„Was man sich im Ruhestand leisten kann, hängt nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort. Am härtesten trifft es diejenigen, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkommen. Vor allem die Wohnkosten haben einen sehr starken Einfluss auf den Wohlstand im Alter“, so Böhmer.

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Wie in Frankfurt, wo die Metropole alle anderen übertrumpft. Um mehr als 18 Prozent übersteigen die Kosten dort den Bundesdurchschnitt. Auch in Offenbach sowie im Taunus ist das Leben teuer: Rentner zahlen dort gut sechs bis neun Prozent mehr als im bundesweiten Mittel.

Für die Auswertung hat Prognos die Lebenshaltungskosten der Rentner anhand des allgemeinen Warenkorbs des Statistischen Bundesamtes ermittelt, der aber an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen angepasst wurde. Ausgaben für die Gesundheit erhielten beispielsweise ein höheres Gewicht. Die Kosten für Verkehr spielen dagegen eine geringere Rolle, weil Senioren gewöhnlich nicht mehr zur Arbeit pendelten.

Wer nicht viel Geld hat, muss sich anstrengen

Die Frankfurter Seniorenbeiratsvorsitzende Renate Sterzel weiß, wie schwierig es für Rentner in Frankfurt ist, über die Runden zu kommen. „Wer nicht viel Geld zur Verfügung hat, muss sich hier ganz schön anstrengen, damit es am Ende des Monats reicht.“ Mittlere Einkommensschichten hätten es dagegen nicht so schwer. „Man muss bedenken, dass hier die Lebenshaltungskosten zwar viel höher sind, als auf dem Land, aber dafür haben wir hier eine wunderbare Infrastruktur.“ Die Wege zu Ärzten seien kurz und dadurch auch günstiger. „Außerdem bemüht sich die Stadt um zahlreiche Vergünstigungen und Erleichterungen für Senioren, die nicht viel Geld haben.“ Auf dem Land sei so etwas viel schwieriger.

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