Katastrophenschutzmeile am 17. September in Hochheim

Main-Taunus-Kreis kämpft um neue Retter

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Für Überschwemmungen im Main-Taunus-Kreis gibt es eine Anlage, mit der Sandsäcke gefüllt werden können. Thomas Spengler (Zweiter von rechts) erläutert, wie die Anlage bedient wird.

Hochheim - Am 17. September wird das Weihergelände in Hochheim zur Katastrophenschutzmeile. Landrat Michael Cyriax hofft durch den Aktionstag neue Einsatzkräfte zu gewinnen. Denn die werden im Main-Taunus-Kreis dringend gebraucht.

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Das Thema ist aktueller denn je: Rund zwei Wochen ist es her, dass heftige Unwetter mit Hagel und Starkregen im Main-Tanus-Kreis tobten. An vorderster Front dabei: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die zu knapp 400 Einsätzen in Hofheim, Kriftel und Hattersheim ausrücken mussten. „Sicherheit ohne diese ehrenamtlichen und die hauptamtlichen Kräfte ist nicht denkbar“, sagte Landrat Michael Cyriax.

Umso mehr liegt ihm die Katastrophenschutzmeile am Herzen, die am 17. September von zehn bis 18 Uhr auf dem Weihergelände in Hochheim stattfinden soll und jetzt vorgestellt wurde. Feuerwehren, Sanitätsorganisationen und das Technische Hilfswerke sollen zeigen, wie sie arbeiten. Außerdem erhofft sich der Kreis von dem Tag auch viele neue Mitglieder für die beteiligten Organisationen. 

Viele Mitmachaktionen

Entlang der Katastrophenschutzmeile führen verschiedene Einheiten ihre Fähigkeiten und Geräte vor. Die Besucher, insbesondere Kinder und Jugendliche, können bei vielen Aktionen mitmachen. Moderiert wird die Schau von Hermann Zengeler, früherer Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Er ruft im Laufe des Tages mehrere Gesprächspartner zu Interviews auf die zentrale Bühne. 

Die Planungen für die Katastrophenschutzmeile laufen derzeit auf vollen Touren. „Wenn alle Organisationen mit anpacken und viele Besucher aller Altersklassen mitmachen, wird das eine einmalige Leistungsschau und eine klasse Werbung für den ehrenamtlichen Einsatz im Dienst der Sicherheit“, so Cyriax. Einzelheiten würden in den kommenden Monaten mitgeteilt.

Über 2100 Menschen im Katastrophenschutz engagiert

Laut Landrat sind in den verschiedenen Organisationen und Einheiten des Katastrophenschutzes mehr als 2100 Menschen ehrenamtlich engagiert – von den Feuerwehren über die Rettungskräfte von Deutschen Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Arbeiter Samariter-Bund bis zum Technischen Hilfswerk und dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr. Hinzu kommen spezielle Einheiten wie Taucher, eine Rettungshundestaffel, eine Höhenrettungsgruppe oder Gefahrstoffeinheiten, die beispielsweise bei Chemieunfällen eingesetzt werden können. 

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Koordiniert wird die Arbeit vom Amt für Brandschutz und Rettungswesen des Kreises. Der Kreis betreibt in den Räumen des Amtes in Hofheim auch die Zentrale Leitstelle, bei der die Notrufe unter der 112 eingehen. Im vergangenen Jahr wurden von hier aus rund 46.000 Aufträge und Einsätze bearbeitet und koordiniert. Zudem bietet das Amt Weiterbildungsprogramme und organisiert große Übungen. 

Im Katastrophenfall übernimmt der Kreis die gesamte Steuerung des Einsatzes. Und nicht nur um Stürme im Taunus und Hochwasser kümmern sich die Retter: Auch Sicherheitsvorkehrungen beim Besuch des US-Präsidenten George W. Bush in der Region und die Versorgung der Flüchtlinge in den Notunterkünften im vergangenen Herbst und Winter sind ihre Sache. red

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