Hyundai wird größer, Mercedes und die Arena lassen auf sich warten

Offenbach und Frankfurt werkeln im Kaiserlei

Der Kaiserlei-Kreisel aus der Luft. Oben rechts die vergrößerte Hyundai-Zentrale, links am Bildrand das ehemalige Siemens-Hochhaus- Und mitten durch den Kaiserlei die A661.
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Der Kaiserlei-Kreisel aus der Luft. Oben rechts die vergrößerte Hyundai-Zentrale, links am Bildrand das ehemalige Siemens-Hochhaus- Und mitten durch den Kaiserlei die A661.

Offenbach/Frankfurt – Schmelztiegel Kaiserlei: Hier wachsen Offenbach und Frankfurt zusammen, soll in den kommenden Jahren ein gemeinsamer Wirtschaftsstandort entstehen. Ein Überblick. Von Norman Körtge

Aus einem „L“ ist ein „U“ geworden

Hyundai-Europa-Chef Allan Rushforth (Mitte) hieß Deutschland-Chef Markus Schrick am Montag schon mal symbolisch mit Brot und Salz in Offenbach willkommen.

Seit 2006 hat der koreanische Autobauer Hyundai seine Europa-Zentrale direkt am Kreisel in Offenbach. Anfang Oktober wird nun auch die bisher in Neckarsulm beheimatete Deutschland-Zentrale mit 196 Mitarbeitern dorthin ziehen. Dazu wurde das bestehende L-förmige Hauptgebäude um einen Flügel erweitert. Jetzt ist es ein „U“. Zwar wird es noch eine offizielle Willkommens-Feier geben, aber Europa-Boss Allan Rushforth nutze am Montag im Vorfeld der IAA die exklusive und glanzvolle Weltpremiere des Kleinwagen i10 im eigenen Haus, um Deutschland-Chef Markus Schrick vor geladenen Gästen symbolisch einen Korb mit Brot und Salz zu überreichen.

Der fehlende Stern

Von einer glanzvollen Auto-Präsentation ist man bei Mercedes-Benz noch weit entfernt. Nach den im Frühjahr 2011 vorgestellten Plänen, wollte die Premiummarke Anfang 2014 an der Kaiserei-Promenade auf Frankfurter Gemarkung seine neue Pkw-Niederlassung Frankfurt/Offenbach eröffnen. Doch bislang ist noch nicht einmal eine Baustelle eingerichtet. Kein Wunder: Das Verfahren rund um den Bebauungsplan ist noch nicht abgeschlossen. Bis zum 30. September liegt er öffentlich aus, können Einwände erhoben werden. Eine seriöse Einschätzung, bis wann das ganze Verfahren abgeschlossen ist, mag Mark Gellert, Sprecher von Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz, derzeit nicht abgegeben.

Sportstars am Kaiserlei

Für die Basketballer der Skyliners und die Eis-Cracks der Löwen würde ein Traum in Erfüllung gehen, wenn die seit Jahren diskutierte Multifunktionsarena Wirklichkeit würde. Gebaut werden soll sie auf Frankfurter Gemarkung von einem Investor. Aber noch sorgt die Verkehrserschließung für die 13.000 Zuschauer umfassende Halle, die auch Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider begrüßt („So eine Halle fehlt im Rhein-Main-Gebiet“) bei den Frankfurter Planern für Kopfzerbrechen. Aus dem Kreisel werden Kreuzungen: Fest steht hingegen, dass im Januar 2015 damit begonnen werden soll, aus dem überlasteten Kaiserlei-Kreisel ein Kreuzungssystem zu bauen. Fertig soll es Ende 2017 sein.

Die Chinesen kommen

Das derzeit leerstehende 17-stöckige ehemalige Golden-Tulip-Hotel soll ab Sommer 2014 wieder bewohnt werden. Ein chinesischer Hotelkonzern hat es gekauft und möchte es für mehr als 20 Millionen Euro modernisieren. Vor allem chinesische Geschäftsleute sollen dort nächtigen.

Noch ein Hotel?

Das ehemalige Gebäude des Deutschen-Wetterdienstes hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im August 2012 an die Immoglobal Grundbesitz GmbH mit Hauptsitz in Trebur verkauft. Was daraus nun wird, steht in den Sternen. Auf der Homepage wirbt das Unternehmen damit aus den beiden 17- und zwölfstöckigen Gebäuden aus den siebziger Jahren in ein Hotel mit 400 Zimmern umzubauen.

Geister-Hochhaus zerfällt

Das ehemalige Siemens-Hochhaus, das direkt am Kreisel steht, steht mittlerweile seit zehn Jahren leer. Ein Schandfleck am Ortseingang. Besitzerin der Immobilie ist die Allianz Real Estate. Die lässt sich nach wie vor die Optionen offen. "Das  Areal wird derzeit baurechtlich überplant und dieses Vorhaben bietet der Kommune, anliegenden Eigentümern und potentiellen Investoren die Chance zur nachhaltigen Entwicklung. Der (teilweise) Abbruch der aufstehenden Baulichkeiten ist dabei einer substantiellen Sanierung vorzuziehen", heißt es in einer aktuellen Stellungnahme. Ob die geänderte Stellplatzsatzung der Stadt Offenbach nun Investoren anlockt, bleibt abzuwarten. 

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