30 bis 40 Prozent sind abgesoffen

Gut oder schlecht? Weniger Wespen nach Starkregen

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Ganz bedröppelt: Aufgrund des starken Regens wird es dieses Jahr weniger Wespen geben.

Region Rhein-Main - Die Regenfälle haben den Wespenpopulationen stark zugesetzt. „30 bis 40 Prozent sind ersoffen“, sagt Wespen-Experte Peter Tauchert. Doch das heißt auch: Weniger Helfer bei der Bekämpfung der drohenden Mückenplage. Von Franziska Jäger

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Bald fangen sie wieder an, wild um sich zu schlagen: Ängstliche Kuchenesser, die ihre Süßspeise nicht mit Wespen teilen möchten und den schmerzhaften Stich des Stachels fürchten. Laut Peter Tauchert, Wespen-Experte aus Rodgau und Betreiber der Website aktion-wespenschutz.de, bleibt das ganz große Schwirren dieses Jahr aber aus: „Die Wespenpopulationen hatten es aufgrund des vielen Regens schwer. 30 bis 40 Prozent sind ersoffen.“ Vor allem im September und August müssen sich Zwetschgenkuchen-Liebhaber normalerweise mit der Deutschen und der Gemeinen Wespe herumschlagen. „Dieses Jahr wird das nichts“, sagt Tauchert. Auch die Hornissennester hätten unter der Sintflut gelitten.

Doch das ruft andere Plagegeister wie Mücken und Fliegen auf den Plan: „Wespen und Hornissen sind sehr nützlich bei der Schädlingsbekämpfung“, sagt Tauchert. Ein kleineres Hornissenvolk zum Beispiel verspeist an einem Tag ein halbes Kilo Insekten. Ein großes Wespenvolk kann mit der Fangquote von 20 Meisenpärchen mithalten.

Dem Experten wäre es am liebsten, der Mensch arrangiere sich mit der Wespe. Doch Mythen um die Gefährlichkeit eines Wespen- oder Hornissenstichs hielten sich nach wie vor hartnäckig. „Für Menschen, die nicht unter einer Allergie leiden, stellen bis zu 50 Wespenstiche kein gesundheitliches Problem dar“, sagt Tauchert. Von Wespenfallen rät er ab: „Nicht nur Wespen, auch andere Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge ertrinken darin qualvoll.“

Experte Peter Tauchert hat's ausprobiert: Auch Cent-Stücke halten Wespen nicht vom Marmeladenbrot fern. 

Wer es mit Hausmittelchen wie Kupfermünzen, Basilikum, Duftlampen oder Nest-Attrappen versuchen möchte, wird auf Dauer keinen Erfolg haben. Einzig eine Ablenkfütterung, bei der den Wespen an anderer Stelle im Garten oder auf der Terrasse dauerhaft und regelmäßig Marmelade oder Ähnliches angeboten wird, könne etwas Abhilfe schaffen. „Ganz wespenfrei wird es allerdings nie werden!“

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