Wer erwischt wird, muss zahlen

Offenbach: Immer mehr Sperrmüll wird illegal entsorgt

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Nicht angemeldet: Dieser Sperrmüllhaufen türmte sich Anfang der Woche in der Brandenburger Straße.

Offenbach - Immer mehr Menschen entsorgen ihren Sperrmüll illegal, statt ihn kostenlos abholen zu lassen. Die Übeltäter stellen ihren Schrott an die Straße oder packen ihn zum Sperrmüll des Nachbarn. Doch das kann teuer werden. Von Kristina Bräutigam

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Marga Traumüller ist sauer: Seit Tagen blickt sie von ihrem Fenster direkt auf einen Müllberg. Fernseher, Lattenrost, schmutzige Polster, Koffer und eimerweise Farben und Lacke türmen sich vor dem Mehrfamilienhaus in der Brandenburger Straße – angemeldet ist der Sperrmüll nicht – aber täglich wird der Berg größer. „Gestern Abend hat schon wieder jemand was dazugestellt. Eine Sauerei ist das“, sagt die Seniorin.

Beim Stadtdienstleister ESO kennt man das Problem: „Besonders in Großwohnanlagen wie in der Brandenburger Straße oder an abgelegenen Stellen wie an den Schrottplätzen am Lämmerspieler Weg wird Sperrmüll einfach unangemeldet abgelegt“, sagt Oliver Gaksch, Sprecher der ESO. Die Mitarbeiter sind täglich im Stadtgebiet unterwegs um gemeldete oder unangemeldete Abfälle zu beseitigen. Pro Tag steht ein Bezirk mit bis zu 55 Sperrmüllhaufen auf dem Zettel.

Müllmänner haben's immer schwerer

An der Adresse angekommen, erleben die Mitarbeiter jedoch immer öfter eine böse Überraschung, weil sich die Haufen über Nacht vergrößert haben oder zerwühlt wurden. Dadurch dauert nicht nur die Arbeit länger und Folgetermine können nicht eingehalten werden. „Wachsende Sperrmüllhaufen können auch zur Gefahr werden, wenn sie in die Fahrbahn, den Bürgersteig oder den Radweg ragen“, sagt Gaksch. Auch Abfälle, die nichts im Sperrmüll zu suchen haben, erschweren die Arbeit der ESO-Arbeiter. Mühsam müssen sie aufgerissene Hausmülltüten zusammenlesen oder Bauabfälle aussortieren.

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Um den Müllsündern auf die Spur zu kommen, arbeitet die ESO mit dem Ordnungsamt zusammen. Drei Außendienstmitarbeiter sind täglich im Stadtgebiet unterwegs, um die Übeltäter zu ermitteln. Denn was viele nicht wissen: Das Dazustellen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Für Einzelteile wie einen Koffer, ein Kissen oder eine kleine Tüte mit Abfällen wird ein Verwarngeld von bis zu 55 Euro fällig. Bei größeren Mengen wie Couch, Tisch oder Küchenmöbeln drohen Bußgelder in drei- bis vierstelliger Höhe. 

82 Mal mussten Müllsünder 2015 zahlen

Im vergangenen Jahr wurden laut ESO 82 Verwarn- und Bußgelder in Höhe von mehr als 23.000 Euro gegen Müllsünder verhängt. Unterm Strich zahlen jedoch alle Bürger für die schwarzen Schafe: „Da der Sperrmüll über die Gebühren finanziert wird, tragen am Ende wir alle die Kosten“, sagt ESO-Sprecher Gaksch.

Damit die Haufen sich weder vermehren, noch verteilt werden, rät Oliver Gaksch: „Den Sperrmüll auf alle Fälle erst am Abend vor der Abholung – in der Zeit von 20 bis 22 Uhr oder, besser noch, am Tag der Abholung in der Zeit von 5.30 bis sechs Uhr bereitstellen.“

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