Tyson aus dem Taunus trainiert fleißig

Wie süß: Dieser verspielte Welpe will Polizeihund werden

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Die Grundkommandos beherrscht Tyson schon.

Eschborn - Er kuschelt mit seinem Teddy, stolpert über die Wiese und braucht ganz viel Schlaf. Doch schon in einem Jahr steht für den Belgischen Schäferhund Tyson die Prüfung für Diensthunde der Polizei an. Dann heißt es: Suchen, bellen, beißen. Von Franziska Jäger

Die Grundkommandos beherrscht Tyson schon.

Für Tyson dreht sich momentan alles nur um eines: Leberkäse. Wenn Herrchen und Diensthundeführer Thomas Huber die duftenden Fleischstreifen in der Hand hält, verheddert sich der 16 Wochen alte Belgische Schäferhund schon mal in der Leine, stolpert über seine Pfötchen und rempelt gegen Hindernisse, die er eigentlich überspringen sollte. In einem Jahr muss Tyson zur Prüfung. Dann soll er Drogen aufspüren, Täter stellen – und sein Herrchen notfalls auch mit Bissen verteidigen.

Zehn Minuten intensives Training, Sitz, Platz, Fuß. Toben mit dem Schutzärmel, den er von Huber erbeutet hat. Dann braucht der Welpe erstmal eine Pause. „Er langweilt sich schnell und hat noch eine kurze Aufmerksamkeitsspanne“, sagt Huber, während sein Schützling auf dem Hundeplatz in Kriftel die Nase ins Gras steckt und auf Erkundungstour geht. Tysons unbändige Lust auf Leberkäse erleichtert das Training. Drill gibt es hier nicht, dafür Belohnung und viel Lob.

Schutzhund sorgt für Respekt

Stubenrein ist der Welpe natürlich schon. Huber nimmt ihn mit zum Schichtdienst auf die Wache in Eschborn. Er muss sich an Blaulicht und Sirene gewöhnen. Und ans Dösen unterm Schreibtisch, wenn Herrchen Papierkram erledigt. Eingesetzt werden soll Tyson nicht nur im Main-Taunus-Kreis. Auch in Frankfurt oder Kassel und in ganz Hessen könnte er benötigt werden.

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Schutzhunde sind unverzichtbare Begleiter im Berufsalltag eines Polizeibeamten. Noch arbeitet Huber mit dem Belgischen Schäferhund Flash zusammen. Der hat ihm während der sieben gemeinsamen Jahre schon öfter den Hals gerettet. Wenn Huber und ein Kollege zu zweit vor einer pöbelnden Horde Jugendlicher stehen, sind sie auf den Schutz des Hundes angewiesen. „Gerade die Jüngeren haben kaum noch Respekt vor der Polizei“, sagt der Oberkommissar. Flash sorgt für Respekt. Denn wenn die Situation zu bedrohlich wird, beißt er auch zu. 

Flash lebt, genau wie Tyson, bei Huber zuhause. Bald soll er von dem Jungspund, der ihm momentan noch ordentlich auf der Nase rumtanzt, abgelöst werden und seinen Ruhestand genießen. Für das Training mit Tyson bekommt Hundeführer Huber keinen Sonderurlaub. Und auch das Futter zahlt er aus eigener Tasche. „Nach bestandener Prüfung gibt es aber eine Aufzuchtsentschädigung“, erklärt er. Tyson ist der dritte Hund, den er ausbildet. Diensthunde sind von Beginn an Landeseigentum. Bestehen sie die Prüfung nicht, werden sie dem Ausbilder geschenkt.

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Für Tyson stehen die Chancen gut. Sein Züchter versorgt Behörden und Bundeswehr mit Hundenachwuchs. Tysons Vater ist preisgekrönt, sein Knochenbau optimal. Bei der Prüfung in einem Jahr muss er über hohe Hindernisse klettern und durch Fenster springen können. Er muss Überfälle auf seinen Führer vereiteln, fliehende Täter festhalten und sechsköpfige Gruppen verbellen und verdrängen können. Ist das geschafft, kann er auch die Karriere als Drogenspürhund anstreben.

Tyson ist neugierig. Und das Wichtigste: Er zeigt keine Angst. Nur vorbeiziehende Vögel, die sind ihm noch suspekt. Er starrt dann gebannt in den Himmel. „Sonst hat er keine Macken“, sagt Huber. Mobiliar und seine Schuhe sind heil geblieben. Und auch der heißgeliebte Teddybär hat die spitzen Milchzähnchen, die Tyson gerade ausfallen, noch nicht zu spüren bekommen.

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