Sommer-Plage am Schloss: Ab Oktober handelt die Stadt

Heusenstammer Gänsen geht’s jetzt an den Kragen

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Noch im Sommer hatten es die Kanada-Gänse gemütlich am Heusenstammer Schlossweiher.

Heusenstamm – Im Juli hatte die Stadt Heusenstamm Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Kanada-Gänse am Schlossweiher angekündigt. Da die Wasservögel anderen Tieren den Lebensraum streitig machen und die Enten vertreiben, wird das Ufer ab Oktober ungemütlicher für sie. Von Janine Drusche

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Weil die Kanada-Gans sich in der Region in den vergangenen Jahren so stark verbreitet hat, ist sie in manchen Städten zur Plage geworden. Auch in Heusenstamm: Dort haben im Sommer rund 40 Gänse ein Zuhause gefunden. Doch an den Schlossweihern wurde es für alle anderen Arten immer ungemütlicher. Deshalb kündigte die Stadt Heusenstamm schon im Juli an, Maßnahmen zur Vertreibung eines Teils der Gänse zu ergreifen. Nun ist es so weit: Ab Oktober soll die Liegewiese der gerade gen Süden gezogenen Tiere, die laut Gewässer-Experte Egbert Korte anderen Wasservögeln den Lebensraum streitig machen, für die Kanada-Gänse unattraktiver gemacht werden. Damit nicht noch mehr Tierarten am Heusenstammer Schlossweiher verloren gehen: „Die Stockente haben die Gänse schon von hier vertrieben“, sagte Stadt-Sprecherin Regine Dinkelborg im Juli. Auch der Gänse-Kot am Ufer stinke vielen Menschen gewaltig. 

Der könne nach Korte sogar Infektionen auslösen und zu einem Vogelsterben führen. Weil die Kanada-Gans in der Region nicht heimisch ist, sie deshalb keine natürlichen Feinde hat, viele Menschen sie füttern und damit den Weiher verunreinigen, muss die Stadt handeln: „Gerade sind die Kanada-Gänse zum Großteil abgewandert, aber damit im Frühjahr nicht zu viele zurückkommen, legen wir im Oktober los, den Weiher zu sanieren“, sagt Hans-Peter Löw, Fachdienstleiter für Grünflächen und Umwelt. „Wenn es kalt genug ist, werden die Karpfen aus dem Weiher abgefischt und umgesetzt.“ Danach könne das Vertreiben der Gänse beginnen. 

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Zusammen mit der Vogelschutzwarte Fechenheim soll das Ufer schwerer zugänglich für die Kanada-Gänse gemacht werden. „Der Schilf und das dichte Pflanzen-Röhricht wird breiter angelegt, der Bewuchs erhöht, damit die Aufenthaltsfläche kleiner wird“, sagt Löw. Außerdem solle das Dickicht am Wasser vergrößert werden. Das schrecke nicht nur die Gänse ab, sondern säubere zusätzlich das Wasser.

Ganzes Habitat umstricken 

Auch am Zweitwohnsitz der Heusenstammer Gänse solle sich etwas tun: „Wir werden die Bewässerungsanlage im Barockgarten am Schloss bewusster einstellen, so dass es den Tieren nicht mehr so gut gefällt, weil sie mit dem Gras zusammen bewässert werden“, sagt Löw. Wenn nötig sollen sie per Hand verjagt werden. Man müsse die Tiere stören, damit sie sich nicht zu wohl fühlen. Nur so könne man sie davon abhalten, sich zu vermehren, auszubreiten und zurückzukehren. Löw: „Wir müssen das ganze Habitat umstricken, immer den Kot wegspritzen und es attraktiver für andere Wasservögel wie Reiher oder Eisvogel machen. Dann werden den Weiher weniger Gänse belagern.“

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