Der Park in Fechenheim soll mehr Raum für Kinder bieten

Heinrich-Kraft-Park zugemüllt: Jetzt wird das Grillen verboten

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Noch grillen die Besucher des Heinrich-Kraft-Parks in Fechenheim ihr Barbecue auf dem dafür ausgestatteten Grillplatz. 

Frankfurt – Weil der Grillplatz im Heinrich-Kraft-Park an schönen Sommertagen stark vermüllt hinterlassen wird, wird er ab Mitte Oktober dicht gemacht. Zum Grillen gibt es dann in der Nähe kaum öffentliche und legale Möglichkeiten mehr. Die Grünen kritisieren die Entscheidung. Von Janine Drusche

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Der Grillplatz im Heinrich-Kraft-Park in Fechenheim wird geschlossen. Weil der Park zwar zum Zubereiten, Essen und Feiern genutzt wird, aber kaum jemand seinen Abfall entsorgt, reicht es dem Ortsbeirat elf: Für ihn hat es sich ausgegrillt, die 14 Feuerstellen im Heinrich-Kraft-Park sollen entfernt werden.

Der 1969 errichtete Park verzaubert Familien nicht nur als besonders integrativer Kinderspielplatz mit Waldspielpark, Rollschuhbahn, BMX-Strecke und Bolzplätzen. Auch für die guten Picknick- und Barbecue-Möglichkeiten mit sowohl offenen als auch geschlossenen Feuerstellen ist der Fechenheimer Park bekannt. Noch bietet er Möglichkeiten zum Grillen und Relaxen für etwa 400 Personen. Auch das Mitbringen von Gartenmöbeln und eigenen Grills war bisher erlaubt. Toiletten sind vorhanden. Ein beschaulicher Ort also, um sich lange im Grünen aufzuhalten.

Gefährdung der Parkbesucher

Dadurch jedoch, dass der Park und auch die Grillstationen zu jeder Tages- und Nachtzeit frei zugänglich sind, wurde und wird der Park nicht nur von ordentlichen Kleinfamilien genutzt, die ihre Abfälle entsorgen oder mitnehmen: „Über Nacht bleibt regelmäßig eine Menge Müll liegen, die Tonnen reichen nicht aus für die vielen anfallenden Verpackungen oder werden erst gar nicht benutzt“, sagt Bernd Roser vom Grünflächenamt Frankfurt. Dazu kommt: „Es wird außerhalb der gekennzeichneten Flächen gegrillt, was die Parkbesucher gefährdet. 

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Während der Grillsaison ist es zudem immer überfüllt“, sagt Roser. Kinder hätten kaum Flächen zum Spielen. „Der Ortsbeirat und das Dezernat des Grünflächenamts sind sich nach jahrelangen Überlegungen einig, dass ein Maß erreicht ist, das nicht mehr zu bewältigen ist.“ Auch die Parkplätze reichen bei den Massen an Grill-Freudigen nicht aus: Viele stellen Autos wild an den Wegen ab. „Im vergangenen Jahr haben wir versucht, durch zwei Parkwächter Ordnung reinzubringen, aber bei einem Aufgebot von mehreren Tausend Besuchern, wurde die Grenze trotzdem durchbrochen“, so Roser.

Man könne auch keine nächtliche Abriegelung vornehmen: „Dafür bräuchte man einen 1,80 Meter hohen Zaun um den ganzen Park, das würde viel zu teuer.“ Die Kosten für den Rückbau des Grillplatzes sind Investitionskosten, die laut Roser durch die nicht mehr benötigte Müllentsorgung zum Teil wieder eingespart werden könnten. Auch größere Müllcontainer seien keine Alternative, sagt Roser: Da würde nur illegal Haus- oder Sperrmüll entsorgt. „Diese Erfahrung haben wir im Ostpark gemacht.“

Mangel an Disziplin der Leute

Deshalb wird der Grillplatz zum 17. Oktober geräumt. Ein großes Schild informiert die Besucher des Parks über den Grill-Stop ab Herbst. „Am Wochenende werden Flyer verteilt, um auf das Ende des Grillplatzes vorzubereiten“, sagt Roser. Der Platz soll dann in den Spielbereich eingegliedert werden: „Damit der Park endlich wieder ein Gebiet zur Erholung von Familien wird. So wie er angelegt war.“ Eine Alternative zum Grillen in der Umgebung ist nach Roser noch nicht geplant: „Es ist eine traurige Entwicklung, dass der Park so übermäßig genutzt wurde, dass es nicht mehr tragbar ist. Das liegt aber leider auch an der Disziplin der Leute.“

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Das sieht Thomas Dorn, von den Grünen Frankfurt Ost, etwas anders: „Wir waren von Anfang an gegen die Abschaffung. Nur weil die Stadt nicht in der Lage ist, ihr Hausrecht durchzusetzen, Falschparker aufzuschreiben und Personal einzustellen, das für Ordnung im Park sorgt, werden sich die Leute verteilen. Dann sieht es auf dem Lohrberg und am Mainufer auch nicht anders aus als vorher im Heinrich-Kraft-Park“, sagt der Politiker: „Wir haben zu wenig Infrastruktur hier.“ Nach einer Kreativpause wolle man sich mit einem Runden Tisch an ein neues Konzept heranwagen.

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