Ende des Jahres

Neue Rock'n'Roll-Bar wird in Hanau eröffnet

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Filmemacher Daniel Siebert und Lebensgefährtin Nicole Frost eröffnen in der Hirschstraße 5 die Musikbar „Hanau A Go-Go“.

Hanau – Die Zeiten, in denen Hanau eine Hochburg des Rock’n’Roll war, sind lange vorbei. Daniel Siebert und seine Lebensgefährtin Nicole Frost wollen das ändern: Ende des Jahres eröffnen sie die Musikbar „Hanau A Go-Go“. Von Kristina Bräutigam 

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Früher war alles besser. Wer in Hanau lebt, kennt diesen Satz. In den 50er- und 60er-Jahren gilt die Stadt als Hochburg des Rock’n’Roll, Tanzschuppen und Nachtklubs schießen wie Pilze aus dem Boden, Stars wie Bill Haley, Chuck Berry oder die Monks geben sich in der südhessischen Kleinstadt die Klinke in die Hand. Heute ist vom Glanz der alten Tage nichts mehr übrig. Hanau wurde wieder, was es vor der Stationierung der rund 25.000 amerikanischen Soldaten war: Ein Provinznest. Doch jetzt kehrt der Rock’n’Roll an die Kinzig zurück: In der Hirschstraße 5, zwischen Handyshops und türkischen Gemüseläden, soll der Mythos aufleben: „Hanau A Go-Go“ heißt die Musikbar, die Filmemacher Daniel Siebert und seine Lebensgefährtin Nicole Frost eröffnen werden.

Devotionalien aus den 50er- und 60er-Jahren an den Wänden

„In Hanau hat es über die letzten Jahre ein großes Vakuum gegeben. Das wollen wir füllen“, sagt Daniel Siebert, der früher als Sänger der Band „The Riotears“ auf der Bühne stand. Ursprünglich wollte das Paar das Gebäude nach dem Kauf weiterverpachten. Weil überzeugende Konzepte ausbleiben, fällt die Entscheidung, die Bar selbst zu betreiben. Mit Gastronomie kennt sich der 41-Jährige nicht aus, mit der Szene umso mehr: 2000 dreht er den Dokumentarfilm „Hanau A Go-Go“, der später unter dem Titel „Roll over Hanau“ fürs Fernsehen produziert wird. 

Während der Recherche lernt Daniel Siebert die Urgesteine der Hanauer Musik-Szene kennen, darunter Clivia Runklé, Hanaus erstes GoGo-Girl, die künftige Managerin der Bar. „Sie hat 50 Jahre Nachtleben hinter sich und weiß, wie so ein Laden läuft“, sagt Daniel Siebert. An den Wänden sorgen Devotionalien aus den 50er- und 60er-Jahren wie historische Fotos, Autogrammkarten oder Original-Gitarren für Authentizität. Ein Museum für Nostalgiker soll die Bar aber nicht werden, betont Siebert. „Nur Elvis-Hits zu spielen und verklärt zurückblicken ist nicht unser Ziel. Wir sehen die alten Zeiten als Inspiration, wollen aber zeitgemäß sein.“

Auch Beat, Psychedelic und Soul gibt´s auf die Ohren

Neben Rock’n’Roll soll es auch Beat, Psychedelic und Soul auf die Ohren geben, musikalische Themenabende mit lokalen DJs sowie Unplugged-Konzerte sind ebenfalls geplant. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Das Gebäude, in dem sich vorher das Hotel Nies befand, wird derzeit komplett umgebaut: Im Erdgeschoss entsteht die Bar, in den oberen Etagen das „Hirsch Hotel Hanau“ mit zwölf Zimmern. Wenn alles klappt, soll die Bar Ende des Jahres öffnen. 

Daniel Siebert und Nicole Frost hoffen, dass Junge und Alte im „Hanau A Go-Go“beim Bierchen sitzen. Und mit etwas Glück lassen sich auch echte Urgesteine antreffen. Etwa Helmut Wenske, legendäres Schlappmaul aus Sieberts Dokufilm, der noch heute, mit Mitte 70, hautenge Levis-Jeans und Cowboystiefel trägt. Er sei der lebende Beweis, dass der Rock’n’Roll in Hanau nie tot war. „Er muss bloß aufgeweckt werden“, sagt Daniel Siebert. Aktuelle Infos: facebook.com/hanauagogo.

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