Keine gute Zukunftsprognose

Gutachter: Bombenbastler leidet an „schizophrener Psychose“

+
Symbolbild

Frankfurt - Im Prozess um den als Bombenbastler in Frankfurt angeklagten Halil D. hat am Dienstag ein psychiatrischer Gutachter ausgesagt. Seine Diagnose sorgt für Aufsehen. 

Demnach leidet D. an einer „schizophrenen Psychose“ und wahnhaften akustischen Halluzinationen. Trotz der damit verbundenen „negativen Zukunftsprognose“ lehnte der Experte eine Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Anstalt ab. Vor dem Landgericht sagte der Mediziner, es komme bei dieser Frage darauf an, ob der 36-Jährige bereits zum Zeitpunkt des länger zurückliegenden Zusammenbaus der Rohrbombe in seiner Persönlichkeit gestört gewesen sei. Dies könne er in seinem Gutachten jedoch nicht mit Gewissheit sagen.

Der Angeklagte hatte im Prozess behauptet, die Bombe bereits vor rund 20 Jahren gebaut zu haben. Bei ihm waren im April 2015 eine einsatzbereite Rohrbombe sowie Chemikalien, mit denen Sprengstoff hergestellt werden kann, gefunden worden. Daraufhin wurde das Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ kurzfristig abgesagt.

Zunächst war ein geplanter Terroranschlag vermutet worden. Vor einigen Wochen hatte das Gericht jedoch erklärt, der Hauptvorwurf der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat komme wohl nicht mehr in Betracht. dpa/lhe

Lesen Sie dazu auch: Polizei verhindert Salafisten-Treffen in Frankfurt

Landeskriminalamt: Radrennen nach Bombenfund abgesagt

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Mehr zum Thema

Kommentare