Günstige Werbung am Straßenrand abgestellt

Reklame-Trend Anhänger: Ist das denn legal?

+
Anhänger mit aufgedruckter Werbung stehen im ganzen Rhein-Main-Gebiet.

Region Rhein-Main – Ob am Straßenrand, im Feld oder auf öffentlichen Parkplätzen: Überall im Rhein-Main-Gebiet werden Anhänger als Werbeflächen genutzt und monatelang nicht bewegt. Ist das überhaupt legal? Der EXTRA TIPP klärt mit Rainer Michaelis vom Straßenverkehrsamt auf. Von Janine Drusche

Lesen Sie dazu auch:

Schauspielunterricht bringt nichts für die MPU

Null-Toleranz bei Drogen am Steuer

Vor einigen Jahren hingen noch viele kleinere Werbeplakate an Litfaßsäulen. Mittlerweile sind die runden Türmchen fast völlig verschwunden. Stattdessen zieren Plakatwände mit XXL-Postern Bahnhöfe, Bushaltestellen und Unterführungen. Der neueste Werbe-Trend: Firmen lassen Auto-Anhänger mit Werbung bedrucken und stellen die Wagen am Straßenrand, an Feldwegen oder öffentlichen Parkplätzen ab. Klingt logisch, müssen doch die Drucke wie auch die Plakatwände bezahlt werden. Da scheint es auf Dauer günstiger, einen Anhänger zu bedrucken und ihn einfach gut sichtbar abzustellen. 

Doch ist das überhaupt erlaubt? Der EXTRA TIPP hat sich bei Rainer Michaelis vom Straßenverkehrsamt Frankfurt erkundigt, ob, wo und wie lange solche Anhänger an der gleichen Stelle stehen dürfen. „Wenn ein Anhänger zugelassen ist, darf er, ohne am Auto zu hängen, zwei Wochen an der gleichen Stelle stehen“, sagt Michaelis. 

Mit dem Lotus Cortina zurück in die 1960er

Wobei das nur auf freien Parkplätzen gilt, im absoluten Haltverbot oder auf Gehwegen hat ein Anhänger nichts zu suchen. Von dieser Frist ausgenommen sind ausgeschilderte Bereiche, in denen die Anhänge länger stehen dürfen. Erst wenn so ein Gefährt ohne Zugfahrzeug länger geparkt wird, muss ein Bußgeld von 20 Euro bezahlt werden. 

70 Euro ohne Sonder-Erlaubnis

Dafür, dass der Anhänger zwei Wochen stehen darf, muss er aber funktionieren: „Er muss jederzeit wieder abtransportiert werden können“, sagt der Beamte. Der eigentliche Zweck, der Transport von Gegenständen, müsse gewährleistet sein, sonst braucht der Besitzer des Anhängers eine Sondernutzungs-Erlaubnis. „Wenn die fehlt, kann ein Bußgeld von 70 Euro fällig werden“, warnt Michaelis. Man könne also keinen kaputten, fahruntüchtigen Wohnwagen mit Werbung bemalen, abstellen und wochenlang stehenlassen. 

Digitale Revolution im Autohaus

Anders sieht die Lage bei einem zugelassenen Auto aus: Ist die Kfz-Steuer bezahlt, darf der Wagen Jahre lang an der gleichen Stelle stehen. „Er zahlt ja Steuern für die Nutzung der Straße und des öffentlichen Raumes “, sagt Rainer Michaelis: „Ein Anhänger aber, der nicht mehr an ein Auto angebracht werden kann, bei dem der Werbezweck offensichtlich ist, kann abgeschleppt werden.“ Auf einem Supermarkt-Parkplatz hängt es von dem privaten Träger ab, ob der Werbe-Anhänger geduldet wird. 

Ohne TÜV heißt Schrottfahrzeug

Solange ein Fahrzeug also TÜV hat, darf es an einer Stelle stehenbleiben. Ist es ein Anhänger ohne Zugfahrzeug, muss es nach zwei Wochen den Parkplatz wechseln. Anhänger, die nur zu Werbezwecken abgestellt werden, sind eine unerlaubte Sondernutzung: Und die kann teuer werden. Ein lange abgestelltes, nicht zugelassenes Fahrzeug gilt außerdem als Schrottfahrzeug und wird nach Benachrichtigung des Besitzers entfernt.

Das könnte Sie auch interessieren: Der EXTRA TIPP zeigt die größten Park-Irrtümer

Vierjährige steuert 18-Tonnen-Koloss

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Kommentare