Gegen das Vergessen

Stolpersteine in Bad Soden erinnern an jüdische Familie

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Schülerinnen der Eschborner Heinrich-von-Kleist-Schule Blumen legen an den Messingplatten Blumen ab.

Bad Soden - In der Bad Sodener Altstadt – gegenüber der ehemaligen Synagoge – wurden am Mittwoch fünf Messingplatten verlegt. Sie erinnern an das Schicksal der jüdischen Familie Strauss.

Es war eine emotionale Zeremonie. Während der Kölner Künstler Gunter Demnig die glänzenden Gedenksteine verlegte, erinnerten Mitglieder der AG Stolpersteine an das Schicksal von Moritz und Karoline Strauss, ihren Sohn Wilhelm, Schwiegertochter Olivia und deren Tochter Hannelore. Sohn Wilhelm gelang mit Frau und Kind die Flucht vor dem nationalsozialistischen Terror in die Vereinigten Staaten. Die Eltern blieben vorerst, mussten aber auf Druck der Nazis ihr Anwesen verkaufen. Das Haus in der Neugasse 3 war der letzte gemeinsame Wohnort der jüdischen Familie in Bad Soden am Taunus. Zu der Zeremonie waren auch Ken und Joanie Krug aus den USA angereist, die Enkel von Wilhelm und Olivia Strauss. 

Gedenken an die Opfer des Holocaust

Bürgermeister Norbert Altenkamp äußerte sich besorgt, dass heute in Deutschland wieder Minderheiten beschimpft und als Sündenböcke benutzt würden. „Ich appelliere an die Zivilgesellschaft, dem nicht schweigend zuzuschauen und mit Mitmenschlichkeit dem Hass entgegen zu treten“, sagte er zu den rund 50 Gästen, die der Zeremonie beiwohnten. Mitglieder der AG Stolpersteine berichteten über die Vertreibung und das spätere Leben der Familie Strauss in den USA. Nachfahre Ken Krug sagte, er sei berührt, dass in Bad Soden am Taunus auf diese Weise an das Schicksal seiner Familie erinnert werde. Anschließend legten Schülerinnen der Eschborner Heinrich-von-Kleist-Schule Blumen an den Messingplatten ab, Lukas Birovescu spielte dazu auf der Klarinette.red

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