Drei Addax-Antilopen sind auf der Afrikasavanne eingezogen

Prächtige Hornträger: Neue Bewohner im Frankfurter Zoo

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Die neuen Antilopen erkunden bereits die Anlage. 

Frankfurt - Seit Ende September gibt es wieder Leben auf der ehemaligen Rappenantilopen-Anlage. Nach dem krankheitsbedingten Verlust des letzten Tieres hat sich der Frankfurter Zoo dazu entschieden, einer vom Aussterben bedrohten Art Platz auf seiner größten Außenanlage zu bieten – den Addax.

Zunächst werden drei weibliche Tiere die Anlage erkunden. Zwei der Antilopen, die zweieinhalb Jahre alte Tinne und die neun Monate alte Tommie, kommen aus Kolmården in Schweden und haben ihr neues Zuhause bereits am 19. September bezogen. Die Dritte im Bunde, die ebenfalls einjährige Jeanne, kam kurz darauf am 23. September aus Hannover dazu, wo auch das Zuchtbuch dieser Antilopenart geführt wird.

„Die drei Antilopen-Weibchen haben die ersten Tage bei uns im Stall verbracht, um sich zunächst an die neue Umgebung und die neuen Mitbewohnerinnen zu gewöhnen. Seit vergangener Woche können sie gemeinsam ihre große Außenanlage nutzen – die größte im gesamten Zoo“, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch.

Nur noch 100 Tiere in freier Wildbahn

Addax-Antilopen (Addax nasomaculatus) gehören zu den Pferdeböcken und sind mit ihren Vorgängern, den Rappenantilopen, nah verwandt. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet war einst das nördliche Afrika, über die Sahara bis zum Sudan. Heute ist die Art extrem gefährdet. Aktuelle Zahlen der Weltnaturschutzunion IUCN gehen von weniger als 100 Tieren aus, die in einem kleinen Gebiet in Niger überlebt haben. Wilderei und der Verlust von Lebensraum durch die Ausbeutung von Ölvorkommen sind auch hier die Gründe für den Niedergang der Population. Aktuell werden Addax nur in sieben Zoos in Deutschland gehalten, im restlichen europäischen Raum insgesamt 45 Mal.

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Da es in den steinigen Wüsten und Halbwüsten sehr heiß werden kann, sind die Antilopen vor allem in den Dämmerungsstunden aktiv, wenn es etwas kühler ist. Die Addax kommen anders als ihre verwandten Arten auch längere Zeit ohne Wasser aus, da sie ihren Feuchtigkeitsbedarf über ihre Nahrung, also Gräser, Kräuter und Wurzeln decken. Die Tiere sind sehr gesellig und leben häufig in Familienverbänden, die meistens aus einem Männchen und mehreren Weibchen mit ihren Jungtieren bestehen. Man trifft sie aber auch als Einzelgänger an. Sie sind nicht an einen Ort gebunden und legen in der Natur auf der Suche nach Nahrung und Wasser innerhalb eines Jahres weite Strecken zurück. „Im Zoo bleibt ihnen diese Suche erspart, weswegen sie hier keine weiten Wanderungen unternehmen müssen“, sagt Zoodirektor Niekisch.

„Mit ihrem hellen Fell und den mächtigen gedrehten Hörnern sind die Addax ein wahrer Hingucker. Es ist geplant, demnächst einen Bock zu den Weibchen zu gesellen, damit auch wir zum Erhalt dieser wunderbaren Tierart beitragen können“, sagte Niekisch weiter. red

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