Einer der bedeutendsten Standorte Deutschlands

Frankfurt liebt den blauen Vogel: Mainmetropole im Twitter-Fieber

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Im Twitter-Einsatz ist auch Reiner Heisterkamp von der Frankfurter Feuerwehr.

Frankfurt –  Der zwitschernde blaue Vogel, das Logo der Nachrichten-Plattform Twitter, ist in Frankfurt beliebt wie nie: Allein das Infoportal der Stadt hat mittlerweile 100.000 Follower. Die schätzen den Servicecharakter. Von Franziska Jäger

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Einsatzorte der Feuerwehr im Starkregen, Straßensperrungen beim J.P.-Morgan-Lauf, Public-Viewing-Angebote zur EM: Frankfurt informiert mithilfe der Kommunikationsplattform Twitter schnell, kompakt und zeitnah über Ereignisse, die die Stadt bewegen – und das in Deutschland auch noch beispielhaft. „Frankfurt ist einer der bedeutendsten Twitter-Standorte in Deutschland“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann, und verweist auf die mittlerweile 100.000 Follower der Plattform des städtischen Presse- und Informationsamts (PIA), die seit 2009 bespielt wird. 

Die Frankfurter Plattform liegt damit noch vor den Metropolen Berlin, München und Köln. Allein die Stadt Hamburg verzeichnet 111.000 Abonnenten. „Wir reagieren möglichst zeitnah auf jegliche Art von Anfragen“, sagt PIA-Leiter Nikolaus Münster zum Konzept, mit dem das PIA die Anzahl seiner Twitter-Anhänger im vergangenen Jahr fast verdoppelt hat.

Der Servicecharakter der Frankfurter Kanäle ist hoch: Neben der Stadt mischen auch Polizei und Feuerwehr eifrig mit und versorgen die Besucher – die übrigens auch unangemeldet mitlesen können – in Echtzeit mit Infos. Dauereinsätze und Ausnahmesituationen standen vergangene Woche im überschwemmten Frankfurt auf der Tagesordnung der Feuerwehr. Manch einer hinterließ den Einsatzkräften dafür auch eine kurze Dankesbotschaft. 

Neun Feuerwehrmänner twittern seit 2014, berichten über ausgewählte Einsätze, geben Warnmeldungen heraus. Sie schätzen die knappe Formulierung, maximal 140 Zeichen darf eine Nachricht lang sein. „Dafür muss man kein Kommunikationsprofi sein“, sagt Brandoberrat Markus Röck.

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Dabei versäumen es die Beamten nicht, das Potential und die hohe Reichweite der Plattform auszuschöpfen. Als im März Twitter zu seinem zehnten Geburtstag Torten an öffentliche Institutionen schickte und Moderator Jan Böhmermann sich lauthals beschwerte, keine bekommen zu haben, landete die 68.000 Follower starke Frankfurter Polizei zwischen Blitzerinfo und Zeugensuche einen PR-Coup. Sie backte einen Kuchen für Böhmermann, stellte das Video ins Netz und erntete die Begeisterung des Moderators und der Internetgemeinde. Humor bewiesen die Beamten aktuell auch mit einem Video, in dem das Büro sorgfältig mit EM-Artikeln geschmückt wird.

Um die Twitter-Infos zu bündeln, hat die Stadt vor Kurzem ihren Social Media Newsroom aktualisiert. Unter www.smnr-frankfurt.de werden alleaktuellen städtischen Tweets in einer Übersicht dargestellt: Oper, Museen und Verkehrsgesellschaft sind hier unter zahlreichen anderen vertreten.

Für die Frankfurter Twitter-Nutzer gab es in der vergangenen Woche vornehmlich ein Thema: Land unter. Ansonsten finden sich auf Twitter aber auch immer wieder Liebeserklärungen an die eigene Stadt. Da leuchten die Wolkenkratzer im Sonnenaufgang, strahlt das Grün in den städtischen Parks und reihen sich die Fachwerkhäuser aneinander – „Wie so ‘n idyllisches Dorf“, schreibt ein Nutzer darunter.

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