Kommentar

Minuszinsen: Am falschen Ende gespart

Die Sparkassen wollen nicht mehr „Spar“-kassen sein. Denn Sparen soll sich langfristig nicht mehr lohnen, wenn man bei ihnen Geld auf dem Konto lässt. Der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Netzer hat mitgeteilt, hohe Einlagen von Geschäftskunden mit Minuszinsen zu belegen. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Und er tönt, dass man Privatkunden Negativzinsen ersparen wolle, dies aber auf lange Sicht nicht ausschließen könne. Das Dilemma der Sparkassen ist klar: Die EZB-Politik macht hohe Zinsen auf Bankkonten unmöglich. Aber eins steht fest: Die Sparkassen dürfen zu keiner Zeit den normal betuchten Bürger Negativzinsen aufhalsen. Denn damit wird die soziale Ungleichheit in Deutschland weiter befeuert.

Der EZB-Wahnsinn – die Volks-Wirtschaften in Europa mit Billionen von billig in den Markt gepumpten Euro zu stabilisieren – sorgt für eine weitere Vertiefung der Unterschiede in unserer gesellschaft. Mit dieser EZB-Politik hat sich bereits viel verändert: Konzerne machen boomen, der Kapitalexport erreicht schwindelnde Höhen und die Aktienkurse steigen. Immobilien in den Metropolregionen werden für Normalbürger unbezahlbar. Fazit: Die Reichen werden reicher, weil ihre Aktien und Häuser im Wert noch steigen. Und diejenigen, die auf das Bankkonto bei der Sparkasse gesetzt haben, werden bestraft und ihr kleines Vermögen wird täglich weniger. Diese Abwärtsspirale ist bereits im Gange, die Sparkassen dürfen sie mit Negativzinsen auf keinen Fall noch befeuern.

Sollen sie lieber Gebühren erhöhen, um an ihren Gewinn zu kommen. Aber eine Sparkasse, bei der man nicht sparen kann, ist ein gesamtgesellschaftlicher Schaden und ein Vertrauensbruch.

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