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EZB-Niedrigzinspolitik: Wer stoppt den irren Draghi?

Jetzt ist es endgültig: Die EZB-Niedrigzinspolitik bringt nichts. Außer dass Sparer in Deutschland Millionen Euro an Zinsen verlieren und ihre Altersvorsorge schmilzt. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Denn obwohl mit der EZB-Politik die Konjunktur angekurbelt werden sollte, steht Südeuropa vor einem Trümmerhaufen. Nach den Vorgaben des Euro-Stabilitätspakts ist maximal eine Neuverschuldung von drei Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt. Spanien wies 2015 ein Defizit von 5,1 Prozent auf, Portugal verzeichnete 4,4 Prozent. Neue Gesetze, Strukturreformen, Haushaltssanierung – Mangelware. Das ist der eigentliche Grund, warum es in diesen Länder nicht vorwärts geht: Reformen bleiben aus oder ihr Tempo ist zu langsam. Da kann man noch so viel Geld in die Märkte pumpen, es ändert sich nichts. Es gibt kein Wachstum. 

Noch größer ist das Problem der Banken in Italien. Die dortigen Geldhäuser sitzen auf faulen Krediten von 360 Milliarden Euro. Auch hier das gleiche Problem: Fehlende Reformen und kein Wachstum durch die Billionen von EZB-Präsident Mario Draghi. Durch die fehlenden Strukturanpassungen sind Kleinunternehmer aber auch Großfirmen in die Schuldenfalle getrieben worden. Die Folge: Irgendwann fliegt uns die südeuropäische Unfähigkeit zu Anpassungen an die Anforderungen der Gegenwart um die Ohren. Und das gilt nicht nur für Südeuropa. Auch Frankreich quält sich durch einen nicht abnehmenden Reformstau. Dass die Quittung die deutschen Sparer bekommen, weil sie mit der verfehlten EZB-Politik der Geldflutung der Märkte für die Versäumnisse einiger Euro-Staaten zahlen, ist nicht fair. Mehr noch, es ist ein Diebstahl an unseren Ersparnissen.

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