Tanzgruppe zahlt Dubai-Visum, doch Show findet ohne sie statt

550 Euro futsch: Offenbacher Tänzer fühlt sich abgezockt

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Andrey Sabev ist sauer: „Ich habe den Kerl angezeigt!“ 

Offenbach – Andrey Sabev fühlt sich verraten: Der Offenbacher Show-Tänzer wurde mit einer Tanzgruppe für einen Auftritt in Dubai gebucht. Jeder Tänzer zahlte dem Auftraggeber 550 Euro für das Visum. Nun ist das Geld scheinbar futsch, denn der Auftritt fand für sie nie statt. Von Janine Drusche

Eigentlich verdient Andrey Sabev mit seiner Leidenschaft – dem Tanzen – sein Geld. Doch was ihm jetzt passiert ist, schmälert seine Begeisterung für die Körperkunst sehr. Denn er und 19 weitere Tänzer aus Deutschland sind scheinbar um ihr Geld betrogen worden: Der Auftraggeber, ein Lübecker Tänzer, Choreograph, Künstler und Model, buchte die Showtänzer für das Event „Dubai Festival City Mall.“ Jeder Tänzer sollte 550 Euro an ihn bezahlen. „Für Visa, und er wollte sich dafür um Flugtickets und die Organisation vor Ort kümmern“, sagt Sabev.

Die Tänzer zahlen den Anteil, doch Flugtickets oder Visa erhalten sie nicht. „Ich habe mich so auf Dubai gefreut. Jeder Tänzer träumt davon, einmal dort tanzen zu dürfen. Und uns wurden zehn Tage lang jeden Tag zwei Auftritte in einem Einkaufscenter versprochen. Dafür sollten wir eigentlich 1700 Dollar bekommen“, ärgert sich der gebürtige Bulgare.

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Statt durch eine tolle Show mit internationalen Tänzern Geld zu verdienen, müssen die Showtänzer jetzt drauflegen. „11.000 Euro haben wir dem Kerl insgesamt überwiesen, und es ist nichts passiert. Stattdessen haben wir den Ärger am Hals und das Geld verloren“, sagt Carina-Maria Goellmann aus Fulda, die mit ihrer Tanzagentur CMG-Dance-Affair den Vertrag mit dem angeblichen Auftraggeber geschlossen hat.

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„Als eine Woche vor Abreise noch immer keine Visa ankamen, habe ich mich dahinter geklemmt, aber tagelang keine Rückmeldung bekommen.“ Schließlich sei ihr von Seiten des Lübeckers mit einem Anwalt gedroht worden: „Was der bei mir wollte, habe ich bis heute nicht verstanden“, sagt Goellmann. An dem Tag, an dem Sabev von Frankfurt nach Dubai fliegen soll, kommt noch immer kein Ticket oder Visum an. Das Flugzeug muss ohne den Offenbacher starten. Sabev ist enttäuscht: „Ende Juni hätte unser erster Auftritt stattfinden sollen. Jetzt habe ich meinen Traum von Dubai begraben müssen und noch 550 Euro in den Sand gesetzt.“

Choreograph will Bericht verhindern

Der Lübecker Choreograph will sich gegenüber dem EXTRA TIPP nicht zu den Vorwürfen äußern, reagiert nicht auf Anrufe oder Mailboxnachrichten, und droht schließlich per E-Mail mit einer Klage, sollte unsere Zeitung berichten.

Klagen wollen nun auch die mutmaßlich betrogenen Tänzer: Sie wollen gemeinsam gegen den vermeintlichen Betrüger vorgehen, wie Goellmann sagt. Sie hat den Fuldaer Anwalt Andreas Wehner eingeschaltet: „Ich habe den Auftraggeber angeschrieben. Vor etwa ein bis zwei Wochen kam die Antwort, seine Anwälte würden sich melden. Es ist noch nichts passiert. Es könnte auch ein Bluff sein. Jetzt heißt es abwarten“, sagt Wehner, während Sabev bei der Polizei in Offenbach Anzeige gegen den abgetauchten Auftraggeber erstattet hat.

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