Ehepaar Wagner muss Küken aufziehen

Ente Erna aus Steinheim ist vermutlich tot

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Seit vier Wochen fehlt von Ente Erna jede Spur. Vermutlich ist die bekannte Stockente tot.

Hanau - Vier Jahre kam Ente Erna jedes Frühjahr zu Helmut und Hannelore Wagner nach Steinheim, um auf dem Balkon zu brüten. Doch jetzt ist Erna verschwunden. Die Wagners befürchten das Schlimmste. Von Kristina Bräutigam

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Vor diesem Moment hatten Hannelore und Helmut Wagner sich immer gefürchtet: Dass Erna, ihre geliebte Ente, eines Tages nicht mehr zurückkommt. Doch jetzt scheinen die schlimmsten Befürchtungen wahr zu werden. Seit vier Wochen fehlt von der Stockente jede Spur. „Sie hat ihre Küken allein zurückgelassen, das macht eine Entenmutter nicht“, sagt Hannelore Wagner.

Eine Woche lang hat Ehemann Helmut am Main Ausschau gehalten, Angler befragt. Doch Erna ist verschwunden. Die Enteneltern befürchten das Schlimmste: „Wir glauben, dass sie verunglückt ist. Vielleicht ist sie einem Raubtier zum Opfer gefallen, oder eine Angelschnur oder ein Schiff haben sie getötet“, sagt Hannelore Wagner. 

Fotos: Ente Erna brütet ihre Küken wieder auf Balkon aus

Die Trauer ist groß: Insgesamt sechsmal hat die Stockente im Blumenkasten gebrütet, Zeitungen und Fernsehsender aus ganz Hessen berichteten über das Watscheltier. Und auch in diesem Jahr flatterte Erna pünktlich Anfang März übers Balkongeländer, baute ein Nest und begann Eier zu legen. Zwar erfroren 12 Küken. Doch Erna kehrte zurück und brütete im Mai zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres im Blumenkasten der Wagners. Alles schien wie immer, als Helmut Wagner seine Erna samt der elf Küken zum Main begleitete. Doch vier Tage später trieb die Brut plötzlich ohne Mama im Wasser. Mithilfe eines Anglers gelang es Helmut Wagner, vier Küken retten. Eines starb kurz darauf, für die anderen drei ist er jetzt der Enten-Papa. 

Küken planschen im Schlauchboot

Ihre ersten Wochen verbrachten die Entenbabys in einem kleinen Stoffzelt, eine Heizdecke sorgte für Wärme von unten. Mittlerweile verbringt das Trio die meiste Zeit in einem großen Käfig, zweimal täglich geht's für die Kleinen zum Planschen ins Schlauchboot. Wasser und Pflanzen hat Helmut Wagner aus dem Main importiert. „Sie sollen so natürlich wie möglich aufwachsen“, sagt der Enten-Papa. Bevor die Entenkinder flügge werden, werden sie in die Wildtierauffangstation nach Dudenhofen gebracht. Aber bis dahin wollen die Wagners ihre geliebte Erna so gut wie möglich ersetzen.

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