Fredi Bobic dämpft zu hohe Erwartungen 

Eintracht Frankfurt: Abwehr bleibt das Sorgenkind

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Der A-Jugendliche Noel Knothe musste im Trainingslager als Innenverteidiger aushelfen. 

Frankfurt - Die Eintracht-Profis schwitzen in der Saisonvorbereitung. Doch auch die Verantwortlichen schwitzen, fehlt doch noch ein erfahrener Innenverteidiger. Fredi Bobic warnt vor überzogenen Erwartungen. Von Peppi Schmidt

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Eintracht Frankfurt ist weiter auf Spielersuche

Zwei Wochen noch, dann startet die Frankfurter Eintracht mit dem schweren Pokalspiel beim 1.FC Magdeburg in die neue Saison. Eine Woche darauf kommt es dann zum ersten Bundesligaheimspiel gegen den FC Schalke 04. Das zweite Trainingslager in Südtirol ist nun auch schon Vergangenheit, doch bei der Mannschaftszusammenstellung ist Trainer Niko Kovac noch nicht vorangekommen, zumindest nicht sichtbar. Wer mit wem spielen und welches System bevorzugt wird, das ist noch immer offen. 

Und vor allem: Die Lücke in der Innenverteidigung ist immer noch nicht geschlossen. Mit David Abraham hat während der fünf Tage in Gais im Pustertal nur ein gelernter Innenverteidiger zur Verfügung gestanden, abwechselnd haben Mittelfeldspieler Johannes Flum, Außenverteidiger Timothy Chandler sowie die A-Jugendlichen Furkan Zorba und Noel Knothe ausgeholfen. 

War vor einer Woche noch die Rede davon, die Eintracht müsse wegen der Krankheit von Marco Russ und dem Ausfall von Neuzugang Jesus Vallejo (Muskelverletzung) noch zwei neue „Manndecker“ holen, geht es jetzt nur noch um einen. Den hat Sportvorstand Fredi Bobic angekündigt, wollte sich nicht auf einen Zeitpunkt des Vollzugs festlegen lassen. „Es wird auch kein Königstransfer“, dämpfte er übertriebene Erwartungen.  Ob das ursprüngliche Vorhaben von Manager und Trainer, einen erfahrenen Spieler zu holen, in die Tat umgesetzt werden wird, bleibt offen. 

Fotostrecke: Die SGE im Trainingslager in Gais

Bobic deutete an, dass es sich bei dem nächsten Neuen durchaus wieder um einen jüngeren Spieler aus dem Ausland handeln könnte. Mit der Kritik an der aktuellen Personalpolitik mit bundesliga-unerfahrenen Spielern aus dem Ausland, könne er zwar leben, nachvollziehen aber kann er sie nicht. Eine „Entfremdung“ im Kader bei inzwischen nur noch elf deutschen Profis von 28, könne er „nicht im Ansatz erkennen“, sagte Bobic, „in der Kabine ist es doch scheißegal, woher ein Spieler kommt.“ 

Deutsche Spieler zu teuer

Die Eintracht habe nicht bewusst ausländische Spieler geholt, sondern sei in den Verhandlungen mit deutschen Spielern an finanzielle Grenzen gestoßen. „Deutsche Spieler waren nicht machbar“, sagte der frühere Nationalspieler. Die aktuelle Kaderzusammenstellung spiegele zudem auch die „internationale Stadt Frankfurt“ wieder. „Wir stehen dafür“, sagte Bobic, der die kritischen Stimmen aber durchaus vernommen hat. Man könne es eben „so und so“ sehen, „deswegen leben wir ja in einer Demokratie und nicht in der Türkei.“

Detaillierte Ziele in Form von Punkten und Tabellenplätzen wollte der Nachfolger von Heribert Bruchhagen der Mannschaft nicht auf die Schultern laden. Es sei der Wunsch aller, „eine angenehme und ruhige Saison zu spielen“, sagt er, „aber das wollen zehn andere Vereine auch.“ Mit dem Abstiegskampf will keiner in Frankfurt mehr etwas zu tun haben. „Aber es wird schwer werden, das ist sicher“, so der ehemalige Nationalspieler Bobic. Es wäre schon hilfreich, wenn so schnell wie möglich eine schlagkräftige Abwehr zusammengestellt werden könnte. Denn aktuell ist die Eintracht nur bedingt abwehrbereit.

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