Zwölf Gartenhütten in Bieber aufgebrochen / Kreisverband: Fälle häufen sich

Zwölf Hütten aufgebrochen: Kleingärtner in Angst  

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Mit brachialer Gewalt aufgebrochen: Karlheinz Kloe (links), Kassierer vom Kleingärtnerverein Ost in Bieber, und Vorsitzender Hans-Peter Maier sind fassungslos.

Offenbach - Schock für den Kleingärtnerverein Ost in Bieber: Mit brachialer Gewalt haben Unbekannte am vergangenen Wochenende zwölf Gartenhütten aufgebrochen. Die Mitglieder sind verunsichert. Denn ihre Kolonie ist kein Einzelfall. Von Kristina Bräutigam

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Die Täter schlugen in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu. Zwölf der insgesamt 75 Gartenhütten brachen sie auf, durchwühlten Schränke und Schubladen nach Wertsachen. „Wir hatten ja schon einmal einzelne Einbrüche. Aber sowas habe ich noch nie erlebt. Das war brachiale Gewalt“, sagt Hans-Peter Maier, Vorsitzender des Kleingärtnervereins Ost

Kopfschüttelnd steht er vor der braunen Eisentür, die die Täter offenbar mit einer Brechstange aufgebrochen haben. Die Zarge ist beschädigt, die Tür komplett verbeult. „Sowas haben wir auch noch nicht erlebt“, sagen Gudrun und Jürgen Bonnesen, seit 38 Jahren Pächter der Parzelle. Viel klauten die Einbrecher nicht. Lediglich vier Flaschen Wein und eine Flasche Schnaps ließen sie mitgehen. In den anderen Parzellen erbeuteten die Täter drei Fernseher und eine Schubkarre, vermutlich um die Beute abzutransportieren. „Es ist eine Schande. Die Leute wollen es schön haben. Und dann kommen diese Kriminellen und richten hier einen Riesenschaden an. Dabei gibt es in den Hütten doch wirklich nix zu holen“, sagt der Vorsitzende. 

Immerhin seien die betroffenen Kleingärtner versichert, die Kosten für die beschädigten Türen bekommen sie erstattet. Dauerhaft schützen könne der Vorstand seine Mitglieder aber nicht. Die Außentore werden abgeschlossen, der Zaun ist mit Stacheldraht versehen, neue abschließbare Tore im Innenbereich wurden erst vor einiger Zeit eingerichtet. „Aber das Gelände ist eben sehr abgelegen“, sagt Maier. Vor Jahren hätten die Mitglieder überlegt, nachts Wache zu schieben. „Aber das ist zu gefährlich. Ich muss für die Sicherheit meiner Mitglieder garantieren“, erzählt der Vorsitzende. 

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Maier vermutet, dass organisierte Banden aus Osteuropa hinter den Einbrüchen stecken, die gezielt nach Wertsachen suchen. Denn nicht nur die Kleingartenkolonie Ost wurde heimgesucht. Erst vor wenigen Wochen traf es den benachbarten Kleingartenverein Erlensteg, im Juni wurden in Kleingartenkolonien in Bürgel und Rumpenheim Gartenhütten aufgebrochen. „In diesem Jahr haben wir extrem viele Einbruchsfälle“, bestätigt Dieter Weppe, Vorsitzender Stadt- und Kreisverband der Kleingärtner Offenbach. Besonders im Herbst, wenn die Gärtner nicht so oft vor Ort sind, schlagen die Täter zu. „Die schaffen alles ins Auto und fahren mit der Beute davon.“

Polizei ermittelt

Hoffnung, die Übeltäter zu erwischen, macht die Polizei den Kleingärtnern nicht. „Die Ermittlungen im aktuellen Fall laufen, gestalten sich allerdings schwierig, da wir keine Spuren sichern konnten“, erklärt Polizeioberkommissar Sascha Köhler. Ob es sich bei den Tätern um Junkies oder Jugendbanden oder professionelle Diebesbanden handelt, sei ebenfalls schwer zu sagen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“.

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