Patient entreißt Polizisten die Pistole

Drei Menschen bei Schießerei in Frankfurter Psychiatrie verletzt

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Symbolfoto

Frankfurt - Ein Patient hat in der Nacht zum Dienstag in einer Psychiatrie in Frankfurt um sich geschossen und sich sowie zwei andere Menschen schwer verletzt. Die Waffe hatte er zuvor einem Polizisten entrissen. 

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Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Höchst hatten gegen drei Uhr die Polizei alarmiert und um Unterstützung gebeten, wie ein Sprecher der Frankfurter Polizei berichtete. Zunächst seien drei Beamte in der Klinik eingetroffen und sofort von dem Patienten angegriffen worden. Der Mann habe einen der Polizisten gewürgt und ihm dann die Dienstwaffe entrissen. „Damit schoss er im Zimmer und dem angrenzenden Flur um sich“, sagte der Sprecher.

Einer der Polizisten wurde am Bein getroffen, ein Mitarbeiter der Psychiatrie am Arm. Sich selbst verletzte der Patient ebenfalls am Bein. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich, erklärte der Polizeisprecher. Mit Unterstützung zahlreicher weiterer Polizeikräfte sei es letztlich gelungen, den Randalierer unter erheblichem Widerstand festzunehmen. Der Patient habe das gesamte Magazin der Waffe leer geschossen.

Bei dem Patienten handelt es sich laut Polizei um einen 33 Jahre alten Mann, der zuvor im Stadtteil Bockenheim aufgegriffen und kurz nach Mitternacht zwangseingewiesen wurde, da er selbstmordgefährdet gewesen sei. Er werde derzeit ärztlich versorgt.

Noch unklar, wie Patient konkret an die Waffe kam

Wie es dem Patienten gelang, dem Polizisten die Waffe zu entreißen, war zunächst nicht ganz klar. „Das war ein hochaggressives Gerangel“, sagte der Polizeisprecher. Die Polizisten hätten ihrem angegriffenen Kollegen zwar geholfen, aber nicht schießen können, weil die Situation in dem Patientenzimmer unübersichtlich gewesen sei. „Da hielten sich zehn oder elf Menschen auf.“

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Grün, sprach von einem Ausnahmefall, der alle paar Jahre einmal vorkomme. „Wenn jemand außer sich ist, so voll Adrenalin, dass er keinen Schmerz und nichts mehr spürt, ist das eine Ausnahmesituation.“ Die Dienstwaffen seien im Holster zwar gesichert, aber nur einfach, nicht doppelt wie etwa eine Heckenschere oder eine giftige Chemikalie. „Der Kollege muss sie im Zweifelsfall ja auch schnell bedienen können“, ergänzte der Polizeisprecher.

Möglicherweise habe sich der Sicherheitsmechanismus während der Rangelei am Boden gelöst, sagte Grün. „Vielleicht war das auch ein Waffennarr, der genau Bescheid wusste.“ Solche Situationen trainierten die Beamten zwar regelmäßig, eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber nicht. dpa/lhe

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