Miese Geschäfte mit Second-Hand-Schuhen

Betrugsprozess in Frankfurt: Winterstiefel nach Afrika geliefert

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Symbolbild

Frankfurt - Ein Betrug mit Schuhlieferungen nach Afrika und Asien wird ab Mittwoch in einem Prozesses vor dem Landgericht Frankfurt verhandelt. Der Chef eines Exportunternehmens soll versucht haben, sich durch vollkommen unbrauchbare Ware zu bereichern. 

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Der Anklage zufolge lieferte der Kaufmann in 30 Fällen Schuhe in zentralafrikanische Länder und die Mongolei. Sie sollten angeblich aus Schuhcontainern stammen und noch benutzbar sein. In Wirklichkeit waren sie entweder irreparabel beschädigt oder für afrikanische Verhältnisse unbrauchbar - so fanden sich unter anderem Winterstiefel und gefütterte Hausschuhe darunter.

Darüber hinaus waren die Second-Hand-Schuhe nicht wie vereinbart desinfiziert worden - aus den Containern stieg nach der Ankunft am Zielort hitzebedingt ein stechender Geruch. Insgesamt zahlten die Abnehmer laut Anklage rund 650.000 Euro für unbrauchbares Material, das sie dann auch noch auf eigene Kosten entsorgen mussten.

Zeugen werden eingeflogen

Der 39-jährige Kaufmann sitzt seit Februar in Untersuchungshaft, seinem Lageristen (54) wird Beihilfe zur Last gelegt. Die Wirtschaftsstrafkammer rechnet offenbar mit einem schwierigen Verfahren - sie hat bereits 24 Fortsetzungstermine bis ins nächste Jahr anberaumt. Die Beweisaufnahme dürfte auch deshalb lange dauern, weil viele Zeugen aus Afrika und Asien eingeflogen werden müssen. dpa/lhe

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