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Warum Autofahren viel teurer sein müsste

Auf Bus und Bahn umsteigen. Das ist ökologisch, modern und sollte auf alle Fälle auch ökonomisch sinnvoll sein. Schließlich schwinden Ressourcen. Und davon verbrauchen Autos Unmengen. Aber Autoland Deutschland will diesen Umstieg nicht. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

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Lieber halten wir an der Ressourcenverschwendung fest und verballern zig Milliarden Euro für die Infrastruktur, um weiter überall und sicher Auto fahren zu können. Eigentlich müsste Bus und Bahn spottbillig sein. Aber das Gegenteil tritt ein. Um fast 73 Prozent sind in Deutschland die Preise für ÖPNV-Tickets seit dem Jahr 2000 gestiegen, wie das Statistische Bundesamt zur Europäischen Mobilitätswoche mitteilte. Damit nicht genug, denn die allgemeinen Verbraucherpreise sind im selben Zeitraum um lediglich 25 Prozent gestiegen. Für Bahntickets müssen der Erhebung zufolge aktuell 50 Prozent mehr gezahlt werden als vor 16 Jahren. Und die Autofahrer?

Kauf und Unterhalt von Kraftfahrzeugen wurden hingegen nur 27 Prozent teurer, wobei vor allem die Preise für Kraftstoffe angezogen haben. Nur wer blöd ist oder es sich ökonomisch leisten kann, steigt komplett auf Bus und Bahn um. Da muss sich etwas Grundsätzliches ändern, ansonsten werden Bus und Bahn nicht attraktiver. Deutschland will lieber an dem jetzigen Zustand festhalten. Daher ist auch das Interesse an der Kaufprämie für Elektroautos mau. Seit Juli gibt’s 4000 Euro vom Staat beim Kauf eines E-Autos. Bis Anfang August wurden 821 Anträge bewilligt. Wenn das herkömmliche Autofahren so billig bleibt und Alternativen nicht attraktiver werden, wird sich im Autoland Deutschland nichts Grundlegendes ändern.

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