Wer kannte den Verdächtigen Manfred S.?

Mutmaßlicher Serienmörder entnahm Opfer auch Organe

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Frank Herrmann (links) von der Sonderkommission AG Alaska sprach am Donnerstag auf der Pressekonferenz zum mutmaßlichem Serienmörder Manfred S.. 

Wiesbaden - Der mutmaßliche Serientäter Manfred S. aus dem Taunus hat möglicherweise mehr als sechs Menschen ermordet. Wie die Polizei am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, gibt es eine ganze Reihe Delikte und Vermisstenfälle, die zumindest einzelne Ähnlichkeiten aufwiesen.

Als ziemlich sicher gilt, dass der 2014 gestorbene Verdächtige eine Prostituierte tötete. Die zerstückelte Leiche war im gleichen Jahr am 10. September in einer Plastiktonne entdeckt worden, in einer von S. angemieteten Garage in Schwalbach stand. Aufgrund der grausamen Vorgehensweise bei diesem Verbrechen gehen die Ermittler davon aus, dass der Täter bereits früher gemordet haben muss. 

Dem 67-jährigen Manfred S. werden außerdem zwei Morde an Prostituierten in den 1990er Jahren in Frankfurt sowie zwei Morde an Frauen ebenfalls in Frankfurt in den 1970er Jahren angelastet, wie die Polizei am Donnerstag berichtete. 

Sadistische sexuelle Fantasien ausgelebt

Außerdem passe der Fall des 1998 in Frankfurt-Höchst getöteten 13-jährigen Tristan ins Bild, obwohl es sich beim Opfer um einen Jungen handelte. Auch bei Tristan habe der Täter sadistische sexuelle Fantasien ausgelebt.

Die Ermittler nannten auch zwei Vermisstenfälle, die womöglich ebenfalls in Verbindung mit dem Täter gebracht werden können - die Frauen verschwanden 1998 und 1999. Außerdem seien im Frankfurter Stadtgebiet Köpfe zweier Frauen gefunden worden - inwieweit der Verdächtige für den Tod der beiden Frauen verantwortlich gewesen sein könnte, sei aber nicht klar.

Verdächtiger mit mindestens sechs Morden in Verbindung

Der mutmaßliche Serienmörder hatte möglicherweise auch einen Mittäter. Speziell eine Leiche lasse „daran denken, dass hier möglicherweise zwei Täter ihre Fantasien ausgelebt haben“, sagte einer der Ermittler. 

Mutmaßlicher Serienmörder entnahm Opfer Organe

Der mutmaßliche Serienmörder hat zumindest einem seiner Opfer Organe entnommen. Dieses spezielle „Verletzungsbild“, welches bei der zerstückelten Frauenleiche in seiner Schwalbacher Garage festgestellt wurde, sei auch bei fünf weiteren Morden in den vergangenen Jahrzehnten gefunden worden, sagten die Ermittler am Donnerstag in Wiesbaden. Im Computer des Mannes seien außerdem Dateien mit Abbildungen sexueller Gewaltfantasien gefunden worden, die „fast eins zu eins“ den Verletzungen bei den mutmaßlichen Opfern entsprochen hätten.

Um die Aufklärung der Fälle voran zu treiben, hat sich das Landeskriminalamt auf der Pressekonferenz am Donnerstag auch an die Bevölkerung gewandt. Die Beamten suchen unter anderem Kontaktpersonen von Manfred S., insbesondere aus Wehrdienst- oder Bundeswehrzeiten, während der Ausbildungszeit oder Berufstätigkeit, im Rahmen eines Studiums sowie aus einer Entzugsklinik "Sonnenberg" in Erbach/Odenwald. Zudem sollen sich bitte Menschen melden, die die alte Party-Location neben dem Johanna-Kirchner-Stift aus dem Jahr 1971 kennen oder Angaben zu den Opfern Ebel und Erülkeroglu sowie zu den Prostituierten Singh und Monrose machen können. 

Das Landeskriminalamt hat deshalb auch Fotogalerien zu den Opfern sowie zu Manfred S. veröffentlicht. Hinweise aus der Bevölkerung, die im Einzelfall auch vertraulich behandelt werden können, nimmt das Hessische Landeskriminalamt unter 0611 838383 und per Mail unter alaska.hlka@polizei.hessen.de entgegen. dpa/skk

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