Kommentar

Energiewende: "Atom-Deal strahlt auf uns alle ab"

Jeder macht seinen eigenen Müll weg. Das zeugt von Fairness und Verantwortungsbewusstsein. Das gilt für alle, nur für die großen deutschen Stromanbieter nicht. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Während die Stromkunden jahrelang das nicht kalkulierte Risiko der Entsorgung des Atommülls bei ihrer Rechnung mitbezahlen mussten, nimmt der Staat den großen Strom-Unternehmen für lächerliche 23,3 Milliarden Euro diese kostspielige Last einfach ab. Und wieder dürfen die Bürger von nun an das Risiko mit ihren Steuergeldern bis zum Ende aller Tage tragen. Ein Deal, der gerade für schlechter Verdienende eine Ohrfeige ist, weil ihre Lage zu keiner Zeit berücksichtigt wurde.

Eon und Co. müssen nur Spottpreis zahlen

Zum Hintergrund: 23,3 Milliarden Euro sollen Eon, RWE und Co. auf den Tisch legen, um die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls auf den Staat abzuwälzen – also auf uns Steuerzahler. Ein Spottpreis, wenn man Folgendes überlegt: Ein Endlager ist in Deutschland immer noch nicht gefunden, der Transport dorthin ist kostspielig und riskant und vor allem weiß niemand, welche gesundheitlichen Gefahren noch in vielen hundert Jahren von dem Dreck ausgeht. Aber was völlig vorbei an jeglicher Gerechtigkeit geht: Die Stromkonzerne haben dreistellige Milliardenbeiträge als Gewinn eingesackt, jetzt sollen sie für schlappe 23,3 Milliarden Euro alle Sorgen los haben.

Das wir mal wieder die Zeche dafür zahlen müssen, dass sich die Konzerne die Taschen voll gemacht haben und sich nicht rechtzeitig auf eine neue Energiepolitik eingestellt haben, ist ein Schlag ins Gesicht.

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