Nach 22 Jahren: Countryband aus Rhein-Main schmeißt hin

Country-Fans fehlen: „Arizona“ nimmt den Hut

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Die Country- und Linedance-Band Arizona spielte 22 Jahre auf Bühnen im Rhein-Main-Gebiet. Jetzt löst sich die Band auf.

Region Rhein-Main - 22 Jahre bespielte die Band „Arizona“ nationale und internationale Bühnen. Das Trio sorgte für die passende Musik zum Linedance. Jetzt löst sich die Band auf. Denn es fehlen nicht nur geeignete Hallen. Von Katrin Greschner

Country-Musiker Roland Lenz erinnert sich noch haargenau an seinen tollsten Auftritt: Bei einer großen Westerndance-Veranstaltung in Dänemark spielt er mit seiner Band „Arizona“ in einer Halle voller Linedancer. Der Auftritt wird live per Videoleinwand in eine zweite Halle übertragen. „Irgendwann stürmten die Leute aus Halle Nummer zwei in unsere Auftrittshalle. Es war der absolute Hammer. 1400 Leute haben getanzt. Da kriegt man Gänsehaut, die nicht höher geht“, erinnert sich der Rödermarker.

Schuld sich vor allem die Linedancer

Nicht nur im Ausland haben sich Roland Lenz, Hans-Walter Stobbe und Manfred Schüssler mit ihrer Band „Arizona“ 22 Jahre lang einen Namen gemacht. Auch im gesamten Rhein-Main-Gebiet spielten sie für Linedancer, Tänzer, die nach einer Choregrafie in Reihen und Linien vor- und nebeneinander tanzen. „Rhein-Main ist eine Linedance-Hochburg. Im Umkreis von einer Stunde um Frankfurt gibt es 50 bis 60 Clubs“, sagt Roland Lenz. Und obwohl er und seine Bandkollegen weit über Hessen und Bayern verstreut wohnen, treffen sie sich regelmäßig zum Proben. Doch damit ist jetzt Schluss: Arizona löst sich auf. Schuld sind vor allem die Linedancer, für die die Band so viele Jahre gespielt hat. Denn statt Countrymusik wollen die Tänzer lieber Chart-Hits hören.

Das Publikum will Pop statt Country

„Wir tragen Cowboyhüte, spielen aber fast nur noch andere Musik“, sagt Roland Lenz. Doch selbst das habe nicht viel gebracht. „Wir spielen mit Herz und Seele, geben alles und bekommen wenig oder gar keinen Beifall. In der Pause wird eine CD abgespielt und die Leute klatschen wie verrückt“. Roland Lenz ist enttäuscht. „Das Publikum will Musik hören, die aktuell im Radio läuft, egal ob es ihnen gefällt oder nicht“, sagt der Rentner.

Das Ende schmerzt, doch es geht weiter

Doch die Musikwünsche der Tänzer sind nicht alles, was sich mit der Zeit verändert hat. Für die Musiker wird es immer schwerer, geeignete Hallen mit ausreichend Tanzfläche zu finden. „Pro Tänzer muss man einen Quadratmeter rechnen“, sagt Lenz. „Pro Auftritt kommen zwischen 150 und 250 Linedancer“. Das Ende nach 22 Jahren Bandgeschichte schmerzt den Musiker. Aber für Roland Lenz steht eines fest: „Ein Musiker ist ein Musiker und wird ewig Musiker bleiben.“ Deshalb startet er nach der Bandauflösung gemeinsam mit Hans-Walter Stobbe als Countryband mit dem Namen „Two of Wanted“ neu durch. Verbiegen wollen sich Stobbe und Lenz aber nicht mehr. Countrymusik ist dann das Einzige, was gespielt werden soll.

Letzter Auftritt in Dreieich

Der letzte Auftritt von Arizona steigt am Samstag, 15. Oktober, ab 20 Uhr bei der Linedance-Abteilung des TV Dreieichenhain in der Alfred-Haimerl-Halle. Einlass ist um 19 Uhr, die Karten kosten acht Euro im Vorverkauf und zehn Euro an der Abendkasse. Reservierungen per Mail unter claudi0815025@yahoo.de. Weitere Infos zur Bandgeschichte und viele Fotos unter www.arizona-country music.de.

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