Gastro-Initiative unterstützt Stadtrat Markus Frank

Alkoholverbot: Frankfurts Szene-Wirte haben die Trinker satt

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Tagsüber haben sie gut Lachen. Abends und nachts sind die Gastronomen James Ardinast (links) und Madjid Djamegari von Betrunkenen auf der Zeil und im Bahnhofsviertel genervt.

Frankfurt - Das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Frankfurt rückt näher. Auch die Initiative Gastronomie fordert nun ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Stadtrat Markus Frank bekommt damit starke Rückendeckung von den Szene-Wirten der Stadt. Von Christian Reinartz

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Es geht um Lärm, Belästigung, Gewalt, Müll und Vandalismus. Schuld daran ist laut der Initiative Gastronomie vor allem der Alkohol. Der wird völlig unkontrolliert und in rauen Mengen auf öffentlichen Plätzen der Stadt getrunken. Die Folge sind pöbelnde Alkis, Besoffene, die ihren Rausch auf der Zeil ausschlafen,in die Ecken pinkeln, sich übergeben oder einfach so grässlich stinken, dass Passanten einen großen Bogen um sie machen. Wenn die Trinker dann abziehen, lassen sie zerbrochene Glasflaschen, Pinkelflecken und eben diesen süß-sauren Fuselgeruch zurück.

Damit solle jetzt Schluss sein. Ordnungsdezernent Markus Frank hatte erst vor kurzem ein mögliches Alkoholverbot auf der Zeil und vor dem Bahnhof ins Spiel gebracht. Dafür hatte er auch Kritik geerntet. Sein Dezernat beteuert, keine Alkoholiker vertreiben zu wollen, sondern ihnen etwa Trinkräume zur Verfügung zu stellen.

Nun bezieht die Initiative Gastronomie Frankfurt Stellung und stärkt Frank den Rücken: Sie fordert ein striktes Alkoholverbot auf Frankfurts öffentlichen Plätzen.

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„Die Zeil zeigt nachts ein Bild des Grauens“, sagt Madjid Djamegari, Chef der Initiative und Geschäftsführer des Gibson-Clubs. „Für die Leute, die unterwegs sind, ist das sehr unangenehm.“ Aber längst sind es laut Initative nicht mehr nur betrunkene Obdachlose, sondern auch jugendliche Banden. Diese trinken sich mit Fusel aus dem Supermarkt fast ins Koma und machen dann Randale auf der Zeil oder im Bahnhofsviertel. James Ardinast, Chez-IMA-Chef und ebenfalls im Initaivenvorstand ist genervt: „Es wird immer schlimmer. Das ist doch alles nicht mehr zumutbar. Dem Ruf des Bahnhofsviertels und der Stadt schadet es schon jetzt immens.“

Auch die Hoteliers der Stadt schlagen Alarm. Wolfgang Selinger, Direktor des Le-Méridien-Parkhotels am Wiesenhüttenplatz, sagt: „Unsere Gäste aus aller Welt sind sehr irritiert, wenn sie vor dem Hotel pöbelnde und randalierende Menschen antreffen, die offensichtlich stark alkoholisiert sind. So kann eine Stadt wie Frankfurt sich doch nicht präsentieren wollen.“

Ardinast und Djamegari appellieren deshalb jetzt an die Politik. „Wir brauchen das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen jetzt. Nur so kann das Ordnungsamt etwas gegen die Betrunkenen unternehmen.“

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