Bevor neues Gesetz mit vielen Auflagen kommt

Ost-Huren stürmen Bordelle im Rhein-Main-Gebiet

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Viele Huren aus Osteuropa nehmen sich zwei, drei Wochen im Jahr ein Zimmer in Deutschland, um Geld zu verdienen. Doch das ist bald nicht mehr möglich. 

Region Rhein-Main - Seit das neue Prostituiertengesetz auf der Zielgeraden ist, kommen immer mehr Huren aus Osteuropa und wollen noch schnell ein Zimmer mieten, um Geld zu verdienen, bevor das große Bordellsterben beginnt. Währenddessen platzen die Puffs der Region aus allen Nähten. Von Christian Reinartz

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Seit ziemlich genau vier Wochen klingelt bei Wohnungsbordellbetreiberin Lady Tara aus Offenbach das Telefon heiß. „Ständig rufen Mädels aus Tschechien oder Polen an und wollen ein Zimmer mieten“, sagt Tara. Kolleginnen von ihr aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet ergeht es ähnlich. „Wir sind am Anschlag. Es ist einfach kein Platz mehr“, sagt Alice. Sie betreibt ein Wohnungsbordell mit vier Zimmern in Frankfurt Rödelheim. „Das sind alles Frauen aus Osteuropa, die jetzt nochmal schnell den Rahm abschöpfen wollen, bevor das neue Gesetz diese Praxis unmöglich macht.“

Mit dieser Praxis ist gemeint, dass es schon seit Jahren üblich ist, dass Frauen, hauptsächlich aus der Europäischen Union, mehrere Wochen im Jahr nach Deutschland kommen, sich in Bordellen ein Zimmer mieten und dort anschaffen. Nach drei Wochen ist dann meist wieder Schluss. Sie nehmen ihr Geld und fahren zurück in die Heimat, wo sie damit gut leben können. 

Ost-Huren haben Torschlusspanik

Das neue Prostitutionsgesetz, auf das sich die Koalition im Bundestag geeinigt hat, verhindert das. So ist etwa eine Kondompflicht vorgesehen, ebenso wie die Überprüfung von Bordellbetreibern und ein Meldezwang für Prostituierte. Die Ost-Huren haben regelrechte Torschlusspanik. Während sich der Hurenstrom bisher aufs ganze Jahr verteilt hat, scheint er sich nun zu bündeln.

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Bei der Frankfurter Hurengewerkschaft Doña Carmen sieht man das Problem schon kommen. „Im Moment haben wir als Gewerkschaft zwar noch keinen Anstieg registriert, aber wir rechnen damit“, sagt Vorsitzende Juanita Rosina Hennig. Denn mit dem neuen Gesetz sei eine solche freie Arbeitsweise kaum noch möglich. Bei Doña Carmen warnen die Verantwortlichen vor den Auswirkungen des Gesetzes. „Nicht nur, dass die Frauen jetzt nochmal verstärkt nach Deutschland kommen“, sagt Hennig. „Das Gesetz verschlimmert die Lage der Prostituierten insgesamt.“ 

Hennig ist überzeugt davon es Zukunft zu einem drastischen Bordellsterben kommt. „Die Frauen müssen nach dem Gesetz 39 Auflagen erfüllen, um arbeiten zu dürfen“, erklärt Hennig. Für Betreiber seien es sogar über 40. „So werden auch deutsche Frauen zukünftig in die Illegalität getrieben.“ Sie rechnet damit, dass es dann hauptsächlich nur noch einzeln arbeitende Huren in ihren Wohnungen geben wird. „Die Zeit, in der sich Frauen aus Sicherheitsgründen zusammengeschlossen haben, sind vorbei“, sagt Hennig. „Das ist dann nicht mehr so einfach möglich.“ Doch bis dahin versuchen die Huren noch einmal ordentlich Geld zu verdienen. Zumindest, wenn sie in Rhein-Main überhaupt noch ein Zimmer finden.

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