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Abgestürzt: Junge Fledermäuse brauchen Hilfe

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Winzig klein ist die Zwergfledermaus, die aus ihrem Quartier gestürzt ist.

Region Rhein-Main - Wenn junge Fledermäuse im Sommer aus ihren Quartieren fallen, sind sie oft noch klein wie Gummibärchen und rufen verzweifelt nach ihrer Mutter. Der Mensch sollte dann unbedingt helfen, sagt die Expertin vom Naturschutzbund. Von Franziska Jäger

Das winzige Zwergfledermaus-Baby passt gerade so auf zwei Fingerspitzen. Es ist nackt, blind und völlig hilflos, seit es aus seinem Quartier irgendwo unter einem Hausdach gepurzelt ist. Während der Wochenstuben der Fledermäuse zwischen Juni und August erhalten Tierschützer vermehrt Anrufe von Menschen, die abgestürzte und geschwächte Jungtiere am Boden finden. Entweder sind sie ihrer Mutter vorwitzig davongekrabbelt – oder aber sie sind vor der Hitze geflohen, die sich unter Dächern und dunklen Brettern stauen kann.

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„Ohne die Hilfe des Menschen können solche Fledermaus-Findlinge nicht überleben“, sagt Petra Gatz, Fledermaus-Expertin des Naturschutzbundes Hessen. Fledermaus-Mütter sind sehr fürsorglich und suchen nach ihren Jungen, um sie wieder aufzunehmen. Finder sollten sich daher auf Erste-Hilfe-Maßnahmen beschränken und sich anschließend an Fachleute wenden. Gatz empfiehlt, die Tiere mit möglichst dünnen Handschuhen oder einem weichen Tuch vorsichtig aufzunehmen und in eine Schachtel mit Luftlöchern zu setzen. Da Fledermäuse wahre Ausbruchskünstler sind, sollten die Löcher klein und die Schachtel gut verschlossen sein. Ein weiches Tuch dient als Versteckmöglichkeit, der Deckel eines Marmeladenglases kann als Wasserbehältnis dienen. Jungtiere benötigen zudem Wärme, etwa durch eine kleine Wärmfläsche die in ein Tuch gewickelt wird.

Um alles Weitere sollten sich dann fachkundige Helfer kümmern. Sie erkennen, ob das Jungtier noch gesäugt wird und ob es Verletzungen hat. Im besten Fall kann die kleine Fledermaus in der Abenddämmerung wieder zum Fundort gebracht und, gut gewärmt, in einer großen Plastikwanne auf seine Mutter warten. Dann bestehen Chancen, dass die Mutter die Rufe ihres Babys hört und es abholt. Von einer Handaufzucht sollten vor allem Laien absehen, da diese Erfahrung erfordert und zeitaufwendig ist.

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Fledermäuse finden in den Wäldern immer weniger natürliche Baumhöhlen und weichen deshalb vermehrt auf Quartiere in und an Gebäuden aus. Hier finden sie Spalten und Hohlräume, in denen sie ihre Jungen aufziehen können. Auf Zwergfledermäuse trifft der Mensch am häufigsten. Eine erwachsene Zwergfledermaus ist daumengroß und wiegt etwa fünf Gramm, die Babys sind klein wie Gummibärchen. „Fledermäuse sind für den Menschen völlig ungefährlich. Als flinke Nachtjäger stehen ausschließlich Insekten und Spinnentiere auf ihrem Speiseplan“, sagt Gatz.

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