Tennis anno dazumal: Schwarz-weißer Schatz

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    • 20.05.12
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Tennis anno dazumal: Schwarz-weißer Schatz

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Frankfurt – Lange bevor Steffi Graf und Boris Becker den Tennis-Boom in Deutschland auslösten, wurde im Frankfurter Huthpark bereits der Ball übers Netz gedroschen. In diesem Jahr feiert der TV Heimgarten 100-jähriges Bestehen. Mehr als 60 Jahre davon hat Brigitte Zinkhan erlebt. Von Norman Körtge

Brigitte Zinkhan hat einen wahren Schatz: Ein Album mit Fotos aus den frühen Jahren des TV Heimgarten.

© nkö

Brigitte Zinkhan hat einen wahren Schatz: Ein Album mit Fotos aus den frühen Jahren des TV Heimgarten.

Es ist ein wahrer Schatz, den Brigitte Zinkhan in ihrer Seckbacher Wohnung auf dem Wohnzimmertisch liegen hat. Auf brauner Pappe sind sorgfältig kleine schwarz-weiß Bilder aufgeklebt. „Das ist mein Vater beim Aufschlag“, erzählt die 74-Jährige und deutet auf das Foto, auf dem ein junger Mann mit langer weißer Hose, Gürtel und weißem Hemd beim Tennisspiel zu sehen ist. Aufgenommen in den 20er oder 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Wieweit Zinkhan auch zurückdenkt, Tennis hat in ihrer Familie schon immer eine große Rolle gespielt. Das Foto-Album in ihren Händen zeugt davon. Ihr Vater Albert Scheid schnupperte 1917 als Balljunge auf der Anlage des TV Heimgarten im Huthpark erstmals Tennisluft. Fünf Jahre zuvor hatten Tennisbegeisterte aus der Heimgarten-Kolonie in Seckbach dort die Genehmigung erhalten, zwei Tennisplätze anzulegen. Die Geburtsstunde des Vereins. Vater Scheid lernte dort ein paar Jahre später Luise kennen, Zinkhans Mutter. 1932 wurde geheiratet, 1937 kam Brigitte Zinkhan zur Welt.

Mit 14 Jahren fing die Mutter zweier Kinder selbst mit dem Tennisspielen an. „Für mich war das kein elitärer Sport. Es war einfach Familiensport“, erinnert sie sich. Sie wird zur leidenschaftlichen Tennisspielerin. In ihren Hochzeiten spielt sie vier- bis fünfmal in der Woche auf der Anlage. Den Spaß und die Freude am Tennis vererbt sie weiter. Auch ihre Söhne Thomas und Peter werden im Huthpark groß. „Wenn Peter zu Besuch in Frankfurt ist, ruft er seine Freunde an und verabredet sich zum Tennisspielen“, erzählt Zinkhan. Sie selbst spielte bis 1994. Dann stoppte sie eine Hüftoperation. Dem TV Heimgarten hat sie deshalb aber nicht den Rücken zugedreht. Sie liebt die Kameradschaft und Gesellschaft auch ohne Tennisschläger in der Hand. „Das ist eine richtige Familie“, schwärmt sie. Zelebriert wird das Ganze bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Vereins. Am Pfingstsamstag, 26. Mai, beginnt um zehn Uhr ein Jazzfrühschoppen. Ab 13 Uhr gibt‘s Tennismatches mit hessischen Spitzenspielern. Die große Jubiläumsfeier findet am Samstag, 8. September, im Saalbau Volkshaus Enkheim statt. Beginn ist um 17 Uhr.

 

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