Sie wirkt zierlich, doch ihr Händedruck lässt vorweg schon erahnen, wieviel Kraft in ihren Fäusten steckt: Beata Blasczyk. Die 26-Jährige kämpft für den Boxclub Nordend Offenbach. Obwohl sie erst seit drei Jahren im Ring steht, ist sie auf Bundesebene bereits eine Spitzenboxerin. „Sie hat die Härte und das Kämpferherz. Sie kann noch viel mehr erreichen“, sagt Bernd Hackfort, Trainer und Geschäftsführer des Boxclub Nordend. Ebenfalls in Blasczyks Trainerstab ist Alessandra Sieber. Sie hat vor zwei Jahren ihre erfolgreiche Aktiven-Karriere beendet. In sieben Jahren wurde sie einmal Deutsche Vizemeisterin. Außerdem holte sie bei den Juniorinnen einen Meister- und einen Vizemeister-Titel. Jetzt ist die 24-Jährige ins Trainerfach gewechselt und gibt ihr Wissen an die amtierende Deutsche Meisterin im Frauenboxen weiter. „Beata kämpft mit Druck und versucht schnell einen Kampf zu regieren“, sagt Sieber. Im Training wird daher vor allem auf technische Feinheiten Wert gelegt. Kampfaufbau, gezielte Kombinationen setzen, flinke Beinarbeit. Allerdings nicht auf Kosten der Schlaghärte. Denn nur gezielte Treffer entfalten ihre volle Explosionskraft.
Vorbereitung für internationalen Wettkampf in Basel
Seit einem halben Jahr trainiert die Deutsche Meisterin mit Alessandra Sieber zusammen. In der Regel nur einmal die Woche. Kurz vor Meisterschaften wird das Training zwei, drei Wochen vorher aber noch einmal angezogen: Kürzere intensivere Einheiten und Krafttraining stehen dann auf der Tagesordnung.
Allerdings muss Blasczyk ihren Titel erst im November verteidigen. Daher konzentriert sich die Boxerin auf den 14. und 15. April. Dann findet in Basel der nächste internationale Boxwettkampf für Frauen statt. An das Profigeschäft denkt Blasczyk trotz ihres Erfolges nicht. Dafür hat die Box-Meisterin einen Traum: Bei einer Europameisterschaft um den Titel kämpfen. Auf die Frage, ob sie nicht gerne auch in London, wo zum ersten Mal Frauenboxen als olympische Disziplin ausgetragen wird, um eine Medaille boxen wollen würde, winkt Blasczyk ab und äußert selbstkritisch: „Dafür bin ich noch zu schlecht.“


© dbZusätzlicher Schutz: Auch im Training müssen die Hände bandagiert werden.

















