„Dieses Gebäude“, damit meint der 60-jährige Bankangestellte der in Bergen-Enkheim lebt, seitdem er zehn Monate alt ist, die neue Schule der Gemeinde Bergen – Baujahr 1844. Heute sitzt dort die Verwaltung. Für ihn wirkt dieses Haus, das so groß ist und aus Stein, wie ein Dom im Dorf. „Bergen war damals ein kleiner Ort mit vielen Fachwerkhäusern, und dann dieses steinerne Gebäude, das acht Klassenzimmer hat“, wundert sich Wied.
Bei seinen Nachforschungen stieß er darauf, dass es die evangelische Kirche gewesen war, die das Haus baute, „ich kann leider immer noch nicht einschätzen, mit welchem Weitblick sie damals zu Werke gegangen sind“. Das zweistöckige, klassizistisch beeinflusste Haus mit großem Schulhof lasse auch heute noch ahnen, „wie die damalige Moderne in der Umgebung wesentlich älterer Fachwerkbauten diesen Hausbau zum besonderen Ereignis machte“, führt Wied aus, der in Bergen-Enkheim im Vorstand der evangelischen Kirche sitzt.
Dass die Bauherren damals mit Weitblick agierten, „zeigt sich auch daran, dass dieses Gebäude bis 1957 für schulische Zwecke genutzt wurde“. Heute hat das Bürgeramt dort seinen Sitz. Beim Bau des Schulgebäudes hatte die damalige Landgemeinde Bergen ungefähr 3400 Einwohner. Im Bericht des evangelischen Pfarrers Kochendörfer von 1848, der zugleich Oberschulinspektor war, wird erwähnt, dass in der neuen Schule nun 235 Kinder unterrichtet werden. „Nach einem weiteren Umbau wurden hier die Klassen fünf bis acht unterrichtet“, sagt Wied.



















