Demonstranten suchen Gespräche zu Bankern

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    • 23.10.11
    • RheinMain
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„Occupy Frankfurt“: So kämpft das Volk für Gerechtigkeit

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Frankfurt – Seit mehr als einer Woche protestieren und campen Anhänger der Bewegung „Occupy Frankfurt“ an der Europäischen Zentralbank. Der EXTRA TIPP sprach mit Per Oldehaver, einem Sprecher der Initiative und Mitglied des Offenbacher Kreisvorstandes der Partei Die Linke, über Forderungen und Ziele der Demonstranten. Von Julia Renner

© jule

Per Oldehaver ist ein Sprecher der Occupy-Bewegung.

Sie dürfen vorerst bis 29. Oktober bleiben. Was soll bis dahin passieren?

Wir dürfen so lange verlängern, wie auch Leute kommen. Das haben wir auch vor. Wir müssen auch den Camp-Alltag organisieren, denn es werden immer mehr Zelte. Dann werden wir uns verstärkt um das kulturelle Programm kümmern.

Was ist das für ein Programm?

Wir haben Künstler und Zauberer angefragt. Am ersten Wochenende haben wir gemerkt, dass viele Besucher kommen. Etwa 800 bis 1000 sind es am ersten Sonntag gewesen. Denen wollen wir auch etwas bieten. Hat schon ein Bankenvertreter offiziell mit Ihnen gesprochen?

Höchstoffiziell nicht, aber es kommen viele Bank-Menschen vorbei und lassen sich auf Gespräche ein. Die sind ja auch nicht verantwortlich, müssen selbst Gehaltskürzungen hinnehmen. Sie solidarisieren sich oft mit uns. Es werden immer mehr Sympathisanten. Die Leute bringen uns Blumen, backen für uns, erst vorhin hat jemand zwei Bleche mit Hähnchenschenkeln vorbeigebracht.

Was für Leute demonstrieren hier?

Unter der Woche sind es meist Studenten, denn nicht jeder kann sich Urlaub nehmen. Bei der ersten Demo waren aber alle Gesellschaftsschichten dabei.

Haben Sie damit gerechnet, dass Sie so viele Menschen unterstützen?

Wir haben es gehofft. Wir haben ja keine Gewerkschaft oder Partei hinter uns. Alle, die hier agieren, agieren als Personen, nicht als Funktionäre. Das ist eine Bewegung der Basis, aus dem Volk heraus.

In den USA gehen viele auf die Straße, die ein abgeschlossenes Studium haben, aber trotzdem keinen Job, oder solche, die nur mit mehreren Jobs überleben können. Gibt es auch hier Demonstranten, auf die das zutrifft?

Oh ja, davon gibt es auch hier eine ganze Menge. Viele können wegen ihrer prekären Situation auch erst nach Feierabend hierher kommen.

Was sind Ihre Forderungen?

Gerechtigkeit. Genaue Forderungen erarbeiten wir noch, wir haben schon in viele Richtungen diskutiert. Es soll ja ein demokratischer Prozess sein.

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